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Slovo: časopis Staroslavenskog instituta, No.15-16 Rujan 1965.

Izvorni znanstveni članak

Die Redaktionen des Altkirchenslavischen als Literatursprache bei den serben und kroaten

Herta Kuna

Puni tekst: pdf (20 MB), Hrvatski, Str. 183 - 199 , preuzimanja: 132 *

Sažetak
Die Redaktionen des Altkirchenslavischen als Literatursprache bei den serben und kroaten
Der Ausgangspunkt dieser Arbeit liegt darin, dass auf dem serbokroatischen Sprachterritorium seit dem 12-18 Jhd. verschiedene regionale Schriftsprachen bestanden, die ihre Basis und Wurzel in den Redaktionen des Altkirchenslavischen hatten und auf gewissen Gebieten und in bestimmten Perioden dieselben Redaktionen darstellten. Mit der Feststellung, dass das Altkirchenslavische eine Literatursprache ist, und ihrer weiteren Entwicklung auf verschiedenen Gebieten in Form von verschiedenen Redaktionen, die man gemeinsam mit dem Begriff Kirchenslavisch bezeichnen kann, drängt sich die Untersuchung der Problematik der Literatursprache als einer solchen auf und die Definition des Begriffes Literatursprache in der Diachronie, was auf die Auffassung über Umfang und Charakter der Zahl der Denkmäller hinweist, die bei der Erforschung der Literatursprache in Betracht kommen kann. In dieser Hinsicht gibt es verschiedene Meinungen; die eine trifft man bei einigen russischen Autoren (Jefimow); sie beruht auf der Stiltheorie, die alle geschriebenen Denkmäler eines bestimmten Gebietes in Betracht zieht; die andere Meinung ist nur auf jene Denkmäler begrenzt, die in der gegebenen Epoche als literarische Produkte betrachtet wurden und ist bei Unbegaun vertreten. Aber in jedem Falle ist das eine sichtbar, dass der Sinn der Literatursprache, in der historischen Perspektive betrachtet, ein besonderes sprachliches Phänomen ist, das in einem grösseren Masse von den gesellschaftlich-politischen Umständen abhängig und mit den Entwicklungsängen der Kultur verunden ist, zum Unterschied zu der Sprachentwicklung, die von inneren linguistischen Gesetzen abhängt.
In Anbetracht all dessen, versucht die Autorin, die konkrete Entwicklung der altkirchenslavischen Redaktionen auf serbokroatischem Gebiet von Standpunkt spezifischer gesselschaftlich-politischer Umstände der einzelnen Gebiete mit verschiedener historischer Entwicklung zu beurteilen und zu erklären.
Im serbokroatischen Sprachraum war die Entwicklung der Redaktionen des Altkirchenslavischen vom Anfang an auf zwei Areale verteilt, so dass man von wenigstens zwei Entwicklungsrichtungen des Altkirchenslavischen sprechen kann. Eine scharfe Differenzierung der Ost- und Westredaktion ist das Resultat spezificher gesellschaftlich-politischer Umstände, verschieden im Osten und Westen des serbokroatischen Sprachraumes und des Mangels an gegenseitigen Kontakten, was in der ersten Linie eine Folge der kirchlichen Spaltung ist. Die Zugehörigkeit zu verschiedenen kirchlichen Organisationen bedingte auch eine verschiedenes Verhalten der kirchlichen und staatlichen Hierarchie zum Altkirchenslavishen als zu einer Literatursprache, was von grosser Bedeutung für ihre Entwicklungsgänge war.
Dieser ganze Komplex der Verhältnisse bedingte eine besondere Entwicklung des Altkirchenslavischen als einer Literatursprache im Osten und im Westen, indem sie die Ostredaktion mit der altkirchenslavischen Literatursprache des Areals der griechisch-östlichen Welt verband und gleichzeitig die Westredaktion ausnahm und isolierte, die sich wegen einer Reihe kultureller und gesellschaftlich-politischer Gründe allmählich der Sprache des Volkes näherte und so relativ früh die Grundlage für eine Literatursprache schuf, die auf volstümlichen Dialekten beruht. Diese Literatursprache erlebte ihren vollen Aufschwung in den Werken der Renaissanceliteratur.
Neben diesen zwei Hauptredaktionen des Altkirchenslavischen besteht auch eine zentrale Übersgangsredaktion auf dem Gebiet Bosniens, die gewissermassen zwischen der Ost- und Westredaktion steh, und man kann sie nicht definitiv einer von den beiden erwähnten Redaktionen zuschreiben, weil sie sich in gewissen Punkten zwar dieser oder jener Redaktion nähert, aber doch in einigen literarischen Gattungen spezifische archaische Eigenschaften behält. Sie ist, jedenfalls, weniger bedeutend schon deshalb, weil sich die spätere literarische Tätigkeit auf demselben Raum nicht direkt an sie anknüpft - aber trotzdem sollte man sie nicht vernachlässigen.

[Hrvatski]

Posjeta: 340 *