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Izvorni znanstveni članak

Walachen und die altbalkanische vorchristliche Symbolik des Rehs auf Grabsäulen

Ivan Mužić ; HR, Split, Čiovska 2

Puni tekst: hrvatski, pdf (1 MB) str. 315-349 preuzimanja: 3.946* citiraj
APA 6th Edition
Mužić, I. (2009). Vlasi i starobalkanska pretkršćanska simbolika jelena na stećcima. Starohrvatska prosvjeta, III (36), 315-349. Preuzeto s https://hrcak.srce.hr/81281
MLA 8th Edition
Mužić, Ivan. "Vlasi i starobalkanska pretkršćanska simbolika jelena na stećcima." Starohrvatska prosvjeta, vol. III, br. 36, 2009, str. 315-349. https://hrcak.srce.hr/81281. Citirano 21.06.2021.
Chicago 17th Edition
Mužić, Ivan. "Vlasi i starobalkanska pretkršćanska simbolika jelena na stećcima." Starohrvatska prosvjeta III, br. 36 (2009): 315-349. https://hrcak.srce.hr/81281
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Mužić, I. (2009). 'Vlasi i starobalkanska pretkršćanska simbolika jelena na stećcima', Starohrvatska prosvjeta, III(36), str. 315-349. Preuzeto s: https://hrcak.srce.hr/81281 (Datum pristupa: 21.06.2021.)
Vancouver
Mužić I. Vlasi i starobalkanska pretkršćanska simbolika jelena na stećcima. Starohrvatska prosvjeta [Internet]. 2009 [pristupljeno 21.06.2021.];III(36):315-349. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/81281
IEEE
I. Mužić, "Vlasi i starobalkanska pretkršćanska simbolika jelena na stećcima", Starohrvatska prosvjeta, vol.III, br. 36, str. 315-349, 2009. [Online]. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/81281. [Citirano: 21.06.2021.]

Sažetak
in der geschichtsschreibung wird hervorgehoben, dass die Herkunft der Walachen bis heute nicht geklärt ist, da weder die Geschichte noch die Ethnographie und auch die Linguistik keine einheitliche Erklärung für diese Frage gaben. Nicht – walachische Zeugnisse bestätigen, dass die Bezeichnung Walache von Anfang an zur Unterscheidung von Nicht – Slawe, Nicht – Germane u.ä. diente und nicht als Ethnonym zu gebrauchen war. Walachen bezeichneten sich auch mit dem Namen Romani – Romeji, und dies vermutlich als einstmalige Angehörige des Oströmischen Reiches. Deutlich romanisiert war nur ein Teil der Nomaden, die sich Walachen nannten, und zwar jener, der aus dem alten Dakien (lat. Dacia) stammte. Ab dem XIII. und XIV. Jahrhundert fangen auch die balkanischen Hirten an, sich Walachen zu nennen. Alle Angehörigen des anthropologischen Typs aus dem Dinara – Gebirge, die unter Grabsäulen bestattet wurden, sind auf dem Balkan autochthon, doch weisen sie untereinander starke Unterschiede auf. Die alteingesessenen Walachen, die aus Thessalien, Epirien und Mazedonien im XIII. Jahrhundert und später beispielsweise in das Territorium der Herzegowina zogen, können nicht mit den alteingesessenen Walachen identifiziert werden, die schon seit der Antike in Bosnien anwesend sind. Die Welten der autochthonen Bevölkerung auf dem Balkan, bekannt als Illyrer und Thraker, waren in anthropogenetischem und kulturellem (geistlichen) Sinne unterschiedlich, auch wenn sie dem gleichen anthropologischen Typen angehören würden. Demzufolge können ihre Nachkommen nicht in jedem geschichtlichen Zeitabschnitt gleichgestellt werden. Die Ergebnisse der anthropogenen Analyse der Walachen, für die Proben in Albanien, Mazedonien und Rumänien genommen wurden, zeigen, dass innerhalb der Gruppe der Walachen große genetische Unterschiede existieren. Aufgrund der Angaben, dass einige walachische Familien, beispielsweise in der Herzegowina, monolithische Steinblöcke als Grabdenkmäler errichteten und dekorierten, kann nicht der Schluss gezogen werden, dass Grabsäulen und deren Verzierungen Walachen und die altbalkanische vorchristliche Symbolik des Rehs auf Grabsäulen Schlüsselwörter: Bošnjani, Bosna, Alteingesessene, Reh, Walachen, Walachen bei den Kroaten, Maurowalachen, Romani, Grabsäulen, Kreis, Jagd von den zugezogenen Walachen herstammen. In den Nekropolen in den Wäldern von Trebinje (in der Herzegowina) wurde festgestellt, dass unter den Grabsäulen Christen unterschiedlicher Konfessionen bestattet lagen, aber auch, dass nicht alle Walachen bestattet wurden. Es bestehen keine Zeugnisse, die bestätigen, dass diese Walachen in ihren ursprünglichen Lebensräumen, aus denen sie fortzogen, Grabsäulen noch Verzierungen wie auf den Grabsäulen kannten. Die Möglichkeit ist nicht auszuschließen, dass die zugezogenen Walachen im bosnisch – herzegowinischen, aber auch im kroatischen Raum Grabplatten vorfanden und, als sie wirtschaftlich stärker wurden, die Errichtung von Grabsäulen und ihre Auszierung fortsetzten, möglicherweise mit eigener Grabessymbolik (besonders mit Jagdszenen, Kreisen, Rehen, Pferden und menschlichen Gestalten mit hoch erhobenen Armen). Die Kontinuität solcher Grabdenkmäler und ihrer Symbolik in bosnisch – kroatischen Gebieten könnte möglicherweise in der Weise beibehalten werden, dass den steinernen Grabsäulen aus dem späten Mittelalter Jahrhunderte vorher bereits Grabdenkmäler aus Holz vorausgingen. Die kultbezogene Bedeutung des Rehs auf dem Balkan ist durch zahlreiche Darstellungen aus der Vorzeit und Antike belegt. Im nicht – christlichen Verständnis von Gut und Böse koexistieren sie im Mikro – und Makrokosmos, wie auch ersichtlich ist aus den Darstellungen von Rehjagden in vorzeitlichen Höhlen bis hin zu den Bestattungssymbolen auf Grabsäulen. Die Ausbreitung des Christentums brachte fast keine bedeutenderen Änderungen in diesen alten Kult. Das Reh ist von allen Tierbildnissen auf Grabsäulen am häufigsten vertreten. Im Sinne seiner Unzerstörbarkeit, bzw. seiner Ausdauer sind jene Szenen bezeichnend, in denen der Jäger auf dem Pferd mit einer Lanze auf ein Reh zielt und gleiches in keinerlei Weise zeigt, dass es tödlich verletzt ist. All diese Darstellungen von Rehen auf Grabsäulen sind an die vorchristliche Auffassung des Todes gebunden. Es ist bekannt, dass die Westseite, wo sich das Reh auf den Grabsäulen befindet, die Seite des Todes ist. Dieser Tod wird in metaphysischer Hinsicht nicht als Ende aller menschlichen Existenz gedeutet, und das Reh wird zudem als Symbol der Erneuerung von Leben interpretiert. Der Reiter, der auf dem Pferd mit einer Lanze reitet und das Reh jagt, stellt den Tod dar, wobei das Reh selbst die nicht – verstorbene Seele des Toten symbolisiert bzw. sie abführt. Die symbolische Bedeutung fast aller Rehdarstellungen auf Grabsäulen wird der altbalkanischen autochthonen Bevölkerung zugeordnet. Es ist kaum glaubhaft, dass, nach durchgeführten anthropologischen und anthrogenetischen Feststellungen in Bosnien und Herzegowina, die zahlenmäßig schwach vertretenen Sklavinier bei ihrer Zuwanderung der zahlenmäßig überwiegenden alteingesessenen Bevölkerung ihren Glauben aufzwangen, und besonders nicht den Reh – Kult, der bei den Zuwanderern nicht sonderlich bestätigt werden kann. Auch der Brauch der Grabbeigabe neben den Toten bezeugt, dass die Walachen und alle anderen Völker, die Grabsäulen errichteten und verzierten, nicht vollständig christianisiert waren. Das Ritual der Grabbeigabe in altkroatischen Gräbern, falls es auf dem Balkan entstanden ist, konnte ursprünglich von den Einheimischen übernommen worden sein, die in diesem Territorium diese Tradition in der Vorzeit und Antike pflegten. Diese Einheimischen könnten somit auch jene Bevölkerungsgruppe sein, die später “kroatische Walachen“ genannt werden. Der Brauch der Grabbeigabe blieb in Bosnien bis Ende des XIX. Jahrhunderts erhalten und kann lediglich mit den Walachen, bzw. mit ihrem Einfluss verbunden werden.

Ključne riječi
Bošnjani; Bosna; Alteingesessene; Reh; Walachen; Walachen bei den Kroaten; Maurowalachen; Romani; Grabsäulen; Kreis; Jagd

Hrčak ID: 81281

URI
https://hrcak.srce.hr/81281

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