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Izvorni znanstveni članak

Mira Kolar-Dimitrijević

Puni tekst: hrvatski, pdf (9 MB) str. 175-194 preuzimanja: 238* citiraj
APA 6th Edition
Kolar-Dimitrijević, M. (1989). RADNIČKA KRETANJA U LEPOGLAVSKOM I IVANEČKOM PODRUČJU U MEĐURATNOM RAZDOBLJU. Radovi Zavoda za znanstveni rad Varaždin, (3), 175-194. Preuzeto s https://hrcak.srce.hr/134066
MLA 8th Edition
Kolar-Dimitrijević, Mira. "RADNIČKA KRETANJA U LEPOGLAVSKOM I IVANEČKOM PODRUČJU U MEĐURATNOM RAZDOBLJU." Radovi Zavoda za znanstveni rad Varaždin, vol. , br. 3, 1989, str. 175-194. https://hrcak.srce.hr/134066. Citirano 18.01.2020.
Chicago 17th Edition
Kolar-Dimitrijević, Mira. "RADNIČKA KRETANJA U LEPOGLAVSKOM I IVANEČKOM PODRUČJU U MEĐURATNOM RAZDOBLJU." Radovi Zavoda za znanstveni rad Varaždin , br. 3 (1989): 175-194. https://hrcak.srce.hr/134066
Harvard
Kolar-Dimitrijević, M. (1989). 'RADNIČKA KRETANJA U LEPOGLAVSKOM I IVANEČKOM PODRUČJU U MEĐURATNOM RAZDOBLJU', Radovi Zavoda za znanstveni rad Varaždin, (3), str. 175-194. Preuzeto s: https://hrcak.srce.hr/134066 (Datum pristupa: 18.01.2020.)
Vancouver
Kolar-Dimitrijević M. RADNIČKA KRETANJA U LEPOGLAVSKOM I IVANEČKOM PODRUČJU U MEĐURATNOM RAZDOBLJU. Radovi Zavoda za znanstveni rad Varaždin [Internet]. 1989 [pristupljeno 18.01.2020.];(3):175-194. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/134066
IEEE
M. Kolar-Dimitrijević, "RADNIČKA KRETANJA U LEPOGLAVSKOM I IVANEČKOM PODRUČJU U MEĐURATNOM RAZDOBLJU", Radovi Zavoda za znanstveni rad Varaždin, vol., br. 3, str. 175-194, 1989. [Online]. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/134066. [Citirano: 18.01.2020.]

Sažetak
Zusammenfassung
Lepoglava und Ivanec waren bis zum Jahre 1938 Bestandteile der gleichen Gemeinde und machten ein einheitliches Gebiet aus. Die Ivanec — Gemeinde stellte damals die größte Dorfgemeinde in Kroatien dar mit 87 Prozent Bauer — und nur 4,5 Prozent Arbeiterbevölkerung. Der Boden war sehr schlechter Qualität und häufig vom Ivančica — Fluß überflutet so daß die Bevölkerung gezwungen war, nebst Landwirtschaft eine andere Erwerbs-
quelle aufzusuchen; mehrere Bauenfamilien beschäftigten sich mit Holzschnitzerei, Kunsttöpferei, Klöppel — und Grubenarbeiten; zur Bmtezeit begab man sich regelmäßig auf die Suche nach der Arbeit nach Slawonien und in die Podravina. Die Auswandenmg der Bevölkerung aus ökonomischen Griinden war eine Alltagssache. Die Suche nach der Arbeit enfaltete bei hiesiger Bevölkerung ein dem der Arbeiterklasse nahestehendes Bewußtsein. Gleich dem Ludbreg — Gebiet zählte auch dieses Gebiet zu den revolutionärsten und unruhigsten Gemeinden. in Kroatien. Eine Agrarreform war auf diesem Gebiet in einem unbedeutenden Ausmaß durchgeführt worden, da die zwei größten. Grundbesitze — der des Gefängnisses
zu Lepoglava und der Großgrundbesitz »Klenovnik« — von der Reform ausnahmsweise »aus Staatsgriinden« vollkommen unberiihrt blieben. Im Jahre 1932 betrugen die Schulden der hiesigen Bevölkerung über sechs Millionen Dinar; die große Weltwirtschaftskrise ihrerseits und die darauf folgenden unfruchtbaren Jahre wirkten sich so aus, daß es unmöglich war, eine gesunde Wirtschaftsgrundlage wiederherzustellen.
Von größter Bedeutung fur dieses Gebiet waren drei Anstalten, über die man sich nur im Superlativ äußerte. Es sind das Kohlenbergwerk in Iva­nec als größte Braunkohlengrube in Kroatien, das Gefängnis zu Lepoglava als größte Strafanstalt in Kroatien und das Klenovnik-Samatorium als größte Arbeiterheilanstalt in Jugoslawien. In der vorliegenden Abhandlung wird eine jede von diesen Einrichtungen behandelt und zwar unter besonderer Beriicksichtigung des sozialökonomischen Aspektes.
Das Kohlenbergwerk in Ivanec wurde im Jahre 1867 gegriindet, und zu Ende der großen Weltwirtschaftskrise wurde die Grube auf 19 Millionen Dinar geschätzt, so daß sie neben »BATA« in Borovo eine der größten tschechischen Kapitalanlagen in Jugoslawien darstellte. Die Abeitsbedingungen fur die sechshundert Arbeiter in diesem Bergwerk waren aber äußerst schwer und das Gehalt sehr niedrig. Das war aber ein Anlaß zu häufigen Streikausbriichen und häftigen Klassenkämpfen wobei der Kommunisteneinfluß klar zu spiiren war.
Die Strafanstalt in Lepoglava hatte auch einen Wirtschaftscharakter, da in ihren Werkstätten verschiedene Gegenstände hergestellt wurden, die dann an den Staat und an verschiedene Privatpersonen verkauft wurden. Die Umerziehung durch schwere Arbeit auf sogenannte Irländer — Art und — Weise war im Grunde eine ökonomische Ausbeutung der Arbeiter, durch die sich die Todesfallrate nur vergrößerte. Die Arbeitsbedingungen im Ge-
fängnis und auf dem Grundbesitz von 300 Morgen Feld, der der Strafan­stalt angehörte, sind in Rudolf Horzigonjas Broschiire »Lepoglavski vam195piri« (»Vampire aus Lepoglava«, 1919) und in Rodoljub ćolakovićs Buch »Kuća oplakana« (Das verweinte Haus«, 1941) gut geschildert worden. Eine Anzahl von zwölfhundert Verhafteten stellte einen großen Vorrat fast kostenloser Arbeitskraft auf dem Ivanecgebiet dar, was sich aber einerseits so auswirkte, daß die armen Bauer keine Möglichkeit hatten, eine Brotarbeit zu finden, und andererseits daß der Arbeitspreis sehr ungiinstig war. Die sogenannte Saban-Affäre machte die öffentlichkeit auf äußerst
schlechte Verhältnisse aufmerksam, aber bald danach ist alles vertuscht worden und die offiziellen Besucher der Anstalt bekamen Potemkinsche Dörfer zu sehen. Jedenfalls aber setzte die schwere Arbeit die Verhafteten aus Lepoglava den Arbeitern aus der Epoche der Kapitalanhäufung gleich, wo die Ausbeutung der Arbeiter keine Grenzen kannte. Dies aber ermöglichten den verhafteten Kommunisten klassenbewußt zu wirken, so daß mehrere Verhafteten nach ihrer Entlassung aus der Haft sich der progressiven
Arbeiterbewegung angeschlossen hatten. Dadurch wurde das Gefängnis zu Lepoglava nicht nur zu einer Revolutionären-Schule sondern auch zu einer eigentümlichen Arbeiterschule mit besonderem Einfluß auf die Arbeiter der dem Gefängnis benachbarten Kugelschreiberfabrik (später »Lepa«).
Das Klenovnik-Sanatorium wurde im Jahre 1927 zwecks Heilung der
von Tuberkulose erkrankten Arbeitern eröffnet, Durch diese Heilanstalt aber vertuschte man das eigentliche Verhältnis des Staates den erkrankten Arbeitern gegeniiber. Die Erkrankten wurden nicht nur ungeheilt aus dem Sanatorium entlassen (sie wurden dort nur etwa drei Monate ärztlich behandelt), sondern es wurde von ihnen erwartet, auch auf dem Sanatoriumgrundbesitz leichtere Arbeiten zu verrichten. Bis zum Ausbruch des Krieges sind zehntausend Arbeiter durch das Sanatorium durchmarschiert; sie sind ungeheilt entlassen worden und das Sanatorium hat auf diese Weise den Zweck verfehit, zu dem es iiberhaupt gegriindet worden war. Die Behorde gab Arbeit auf dem Besitz auch den armen Bauem aus dieser Gegend und verhielt sich ihnen gegeniiber als eine rein kapitalistische Firma, indem sie die Beschäftigten aufgrund der niedrigsten Lohnrate auszahlte.
Man lebte auf dem Gebiet von Ivanec und Lepoglava zwischen dem
ersten und zweiten Weltkrieg auf jeden Fall in größter Armut und Misere. Die gesellschaftlichen Gegensätze verschärften sich von Tag zu Tag, und unmittelbar vor dem zweiten Welthrieg war die Enttäuschung der Bauer genau so g\roß wie nach dem ersten Weltkrieg mit dem Unterschied aber, daß im Laufe des zwanzigjäbrigen Fortbestehens des jugoslawischen Staates
aJle Hoffnung auf eine bessere Zukunft ohne Veränderung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse und ohne Wiedererrichtung einer neuen Welt verloren ging.

Hrčak ID: 134066

URI
https://hrcak.srce.hr/134066

[hrvatski]

Posjeta: 371 *