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VELEBITER ALPENGARTEN IM MODRIĆ DOLAC UNTER DEM VELIKI ZAVIŽAN (etwa 1480 m)

FRAN KUŠAN

Puni tekst: hrvatski, pdf (3 MB) str. 71-98 preuzimanja: 185* citiraj
APA 6th Edition
KUŠAN, F. (1970). VELEBITSKI BOTANIČKI VRT (STRUČNI VODIČ). Senjski zbornik, 4 (1), 71-98. Preuzeto s https://hrcak.srce.hr/143461
MLA 8th Edition
KUŠAN, FRAN. "VELEBITSKI BOTANIČKI VRT (STRUČNI VODIČ)." Senjski zbornik, vol. 4, br. 1, 1970, str. 71-98. https://hrcak.srce.hr/143461. Citirano 23.02.2020.
Chicago 17th Edition
KUŠAN, FRAN. "VELEBITSKI BOTANIČKI VRT (STRUČNI VODIČ)." Senjski zbornik 4, br. 1 (1970): 71-98. https://hrcak.srce.hr/143461
Harvard
KUŠAN, F. (1970). 'VELEBITSKI BOTANIČKI VRT (STRUČNI VODIČ)', Senjski zbornik, 4(1), str. 71-98. Preuzeto s: https://hrcak.srce.hr/143461 (Datum pristupa: 23.02.2020.)
Vancouver
KUŠAN F. VELEBITSKI BOTANIČKI VRT (STRUČNI VODIČ). Senjski zbornik [Internet]. 1970 [pristupljeno 23.02.2020.];4(1):71-98. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/143461
IEEE
F. KUŠAN, "VELEBITSKI BOTANIČKI VRT (STRUČNI VODIČ)", Senjski zbornik, vol.4, br. 1, str. 71-98, 1970. [Online]. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/143461. [Citirano: 23.02.2020.]

Sažetak
Im Jahre 1967
gründete
die Forstwirtschaft in Senj und das Republikanische Institut für Naturschutz in Zagreb auf Vorschlag des Prof. Dr. F. Kušan einen neuen alpimschen Botanischen Garten im nördlichen Velebit. Der Garten liegt im südwestlichesn Tedl des Modrić Dolac, welcher hier, unter den steilen und felsigen Abhängen des Veliki Zavižan (1677 m) und des Balinovac (1601 m) mit einer über 40 m tiefen Ponikva endet. Seine durchschnittliche Höhe iiber dem Meeresspiegel beträgt 1480 m. Er 1st vom alpinen HeLm unter dem Vučjak (1645 m) 15 minuten zu Fuss eotfemt. Bis zum Garteneingang kann man (auch mit Wagen) auf der Strasse, die aus Oltar (vom Meer: aus Senj) bzw. aus Krasno (vom Featland: aus Zagreb iiber Otočac) nach dem siidlichen und südöstlichen Velebit führt, gelangen. Im Garten befindet sich ein kleineres hölzernes Haus, das den Bediirfmssen des Gartens als alpine botanische Station dient. Daneben befindet
sich ein Brunnen mit Trinkwasser. Den Garten durchziehen mehrere in Stein geschlagene Stege und Treppen.
Der Garten umfasst eine Fläche von iiber 10 ha. Hier gibt es zumeist steile stemige Gelände mit zerkliifteten Felswanden und zahlreichen, stellenweise dicht angehäuften Steinfolöcken, die von den umgebenden Abhängen und Gipfeln stürz-ten. Die gegen Norden und Nordosten gekehrten Abhänge bedeckte grösstenteils dichtes oder zerkliiftetes Bergkiefer-Krummholz mit Fichte, die auf dem iiber-wiegenden Teil des Gartens mit buntem Reitgras eine besondere Art von Fichten-wäldem auf Felswanden und Steinblöcken bildet. Einen voralpinen Wald dichte-ren Bestandes auf kleinerer Fläche bildet die Fichte gegen die Sohle der Ponikve. Den iibrigen Teil des Modrić dolac mit den siidlichen Abhängen der Velika Kosa decken mehr oder weniger dichte Rasen, an die sich in höheren Lagen Flächen mit Buchenkrummholz und in der Gegend gegen Balinovac auch kleinere Flächen mit voralpinem Buchenwald anschliessen. Auf den naokten Steingeländen ausserhalb des Rasens und der Wälder bilden grösstenteils voralpine Sträucher und manche Hochstauden eine spärliche Vegetation, was der Lage des Gartens in voralpinischer Zone entspricht.
DIE LEBENSBEDINGUNGEN IM GARTEN
Klimatische Verhältnisse. So wie die iibrigen höheren und höchsten Teile des Velebits zeichnen sich auch die Gebiate in der Umgebung von Zavižan auf dessen Sohle Modrić dolac mit dem Garten liegt, durch ausgesprochen alpines und sehr rauhes Klima aus. In diesem Klima kommen besonders zum Ausdruck die grossen Unterschiede und jähen Schwanlkungen einzelner klimatischen Faktoren (insbeson-dere der Temperatur) innerhalb kiirzerer Zeitspannen entsprechend der Terrain-gestaltung una der Art der Pflanzendeoke. Die fur die Vegetation giinstige Periode ist sehr kurz. Sie tritt in der Regel erst anfangs Juni ein und dauert bis Mitte September. Manchmal wird sie auch durch unerwartetes Eintreten sehr niedriger Temperaturen unterbrochen, die in der Luftschichte auf dem Griinde auch in den Sommermonaten bis auf — 7°C sinken können, hauptsächlich als Folge der Stagnation der kalten Luft in den Depressionen, wie beispielsweise im triefsten Teil des Tals und auf der Sohle der Ponikva, wo infolge dieser Erscheimmg die bekannte Wandlung in der Verteilung der Vegetation eintritt (die Buche ist oft iiber dem Bergkiefer-Krummholz gelegen). Deswegen können wir auch den grössten Teil des Tals als auisgesprochenes Frostgebiet betrachten. Die Mehrzahl der Pflan; zen nützt zum Bluhen und Reifen der Samen hauptsächiich zwei Monate: den Juli und den August. Anfangs September bereits beenden die meisten Pflanzen die Hauptperiode des Entwicklungszyklusses.
Das Gebiet des Gartens zeichnet sich durch verhältnismässig reichliche Nie-derschläge aus (jährlich etwa 2,200 mm), die auch in den Sommermonaten nicht ausbleiben. Auch Tau ist reichlich vorhanden. Reichliche Schneefälle bilden im Modrić dolac eine langwährende und sehr dicke (gewöhnUch iiber 2 m) Schneede-cke, die auf viele Pflanzen sehr giinstig wirkt. Die Pflanzen werden auf diesera Gebiete durch heftige und kalte Winde sehr ungiinstig beeinflusst, namentlich durch die Bora, die im Laufe des ganzen Jahres aufkommt. Die ungiinstigen klimatiischen Verhältmisse auf dem Gebiete des Gartens werden durch zahlreiche Nebekage gesteigert; Nebel tritt auch in den Sommermonaten in Erscheinung. Im Modrić dolac geht die Sonne auch urn iiber eine Stunde friiher unter, was auch zur bereits betonten Rauheit des Klimaš im Garten beiträgt.
Die Bodenarten und ihre Eigenschaften. Das Steinsubstrat im Garten ist hauptsächlich aus malmischen dolomitisierten Kalksteinen (Jura) zusammenge-setzt, die dimklere Farbe aufweisen und mitteldick geschlichtet sind. Sie sind von sanfterem Relief und im grossten Teil des Gartens durch eine dünnere oder diokere Schichte diinkler gefärbter Bodenarten bedeokt, die — abhängig von der Vegetationsform auf ihnen — zahheiche Entwickkmgsstadien der Bodenentstehung auf Kalksteinen darstellt. Dünkler gefärbt sind vomehmlich die Oberflächenschi-chten. In tieferen Schichten sind liberal! dunkelgrau-braune lehmige Tone entwickelt.
An Stellen mit grösserer Steinschutt-Anhäufuing und seichterem Boden erhält sich meistens nur mdneralisierter Boden von diinklerer, zumeist fast schwarzer Farbe (alpine Schwarzerde). Am tiefsten ist der Boden im niedrigsten, flachen Teil des Modrić dolac, wo sich auf reliktem Ton auch eine iiber 1 m dicke Art graubraunen bzw. rötlichen Bodens entwickelte. Diesen podsolierten und sehr sauren Boden besiedelte dichter Borstengras-Rasen. Bedeutend seichter sind die Böden der Rasenflächen auf den umgebenden, mehr Stein und Felsenwände auf-weisenden Abhängen. Der Boden der Wiese einer Buntschwingel-Art (in der Ober-flächenschichte von schwarzer, im Inneren von graubrauner, brauner oder rötli-cher Farbe) enthält viel Skelett. Noch höher gelegen sind die Ffächen mit sehr seichtem Boden von schwarzer Farbe (alpine Schwarzerde). Organogene Schwarzerde
lehmigen Aufbaus und alkaler Reaktion mit viel Skelett (wie Rendzina) herrscht auf dem Wind ausgesetzten Kuppen von Bergketten und auf Bergsatteln vor.
Fast ohne irgenwelchen Boden und infolgedessen auch spärlichere Vegetation
zeigen grössere Flächen auf den steilen, steinigen Hängen der umjgebenden Gipfel, wo Steinwüste vorherrscht. Kleinere Bodenmengen befinden sich in ständi-gem Entwicklungsprozess. Abgeleitere Bodenarten treffen wir auf mit Wäldern und voralpinen Sträuchern bewachsenen Flächen an. Dort gibt es meistens schwar-zen Boden mit viel unzersetztem Rohhumus von sehr mannigfaltiger Zusammen-setzung und Reaktion, was von der Wald — oder Gebiischart abhängt. Bodenarten auf Flächen mit Buchenwäldern zeichnen sich mehr durch braune Farbe und entwickeltere Formen aus.
PFLANZENDECKE
(Die wichtigsten Pflanzengemeinschaften)
Wie auch anderswo auf unseren Gebirgen erreichen die Hochwälder ihre obere Grenze in vorafpiner Zone, welcher auch Modrić dolac mit dem Garten angehört. Nur noch die Fichte kann in der Form eines höheren und geraden Bau-mes wachsen. Die Buche wächst bereits nicht mehr als hoher Baum, obwohl sie im Naturprozess noch grössere Flächen besiedeln könnte. Hier bleibt sie im Län-genwuchs ihres Stammes zuriick; gewöhnlich ist sie entweder in der Form eines gebogenen, aber noch immer etwas höheren Stammes entwickelt oder sie schmiegt sich an den Boden und entwickelt sich in Strauchform als Krummholz.
Fichtenw'dlder. Nur in der Ponikva und auf den sie umgebenden Abhängen bildet die Fichte einen dichteren Bestand von geraden und regelmässigen Bäumen. NUT auf diesem verhälfcnismässig kleinen Raum ist der voralpine Fichtenwald entwickelt (Piceetum croaticum subalpinum). Auch anderswo ist er auf Depre-ssionen und Täler beschränkt. Das ist eine sehr niedrigen Temperaturen ange-passte Pflanzengemeinschaft. Hier gibt es zumeist boreale Pflanzen.
Fichte von niedrigerem Wuchse und mit unregelmässigerer Baumkrone be-siedelt auch steile, steinige Gelände der umliegenden Abhänge, wo sie vereinzelnt auch in das Bergkiefer-Kruinmholz eindringt. Dort ist sie am häufigsten in Ge-meinschaft mit Gräsern, besonders mit buntem Reitgras, auf diese Weise einen Fichtenwald offener Type bildend. Seiner Zusammensetzung nach ist er ähnlich mit Fichten durchsetzen Buchen- und Tannenwäldern auf Steinblöcken. Auf dem Gebiet des Gartens gibt es grosse Flächen mit Fichtenwäldern und buntem Reitgras.
Buchenwälder.
Obwoh
l am besten auf tieferen braunen Boden mit sanften Abhängen und in Talsenkungen entwickelt, meidet die Buche auch die steilsten Gelände mit vielen Felswänden und Steinblöcken nicht. Sie zieht geschiitztere Lagen mit siidiicher oder sudwestlicher Orientierung vor. Am häufigsten erscheint sie in der Form von Krummholz (Fagetum croaticum suffruticosum), oft in gera-dezu undurchdriniglichem Gestrüpp mit verhältnismässig wenigen ihren regelmäs-sigen Begleitern, aber dafiir in Gesellschaft mehrerer voralpiner Sträucher. Sie nähert sich mehr typdschen Buchenwäldern in der Form des voralpinen Buchen-waldes (Fagetum croaticum subalpinum). Hier gibt es auch mehr ausgesprochene Waldpflanzen. Nimmt klemere Oberflächen ein.
Bergkiefer-Krummholz. Es nimmt die grössten Flächen zumeist auf steilen steinigen und nordwärts gekehrten Seiten ein. Seiner Form nach ist es als dichtes, undurchdningliches, höchstens bis 2 m hohes Gebiisch entwickelt, in welchem der Wuchs nur einigen, dem Schatten und der Feuchtigkeit angepassten Pflanzen möglich ist. Darin zeigen sich auch einige charakteristische voralpine Sträucher. Es kommen darin auch sehr schöne Hochstauden vor.
Voralpine Strducher und Hochstauden. Auf felsigen und steinigen Geländen gibt es meistens voralpine Sträucher und dauerhafte Hochstauden, ohne welche es fast kedne Felswand, keinen Steinblock gibt. Sie bilden recht verschiedene Vegetationsformen, die jede, auch die kleinste Fläche mit tieferem und stickstof-freichem Boden ausnützen. Sehr maonigfaltig sind besonders die Hochstauden, die mit ihren stattlichen Bliiten den Eindruck echter alpinen Gärtchen erwecken.
Rosen (Wiesen, Weiden, voralpine Grasflur). Durch grosse Verschiedenartig-keit der floristischen Zusammensetzung zeichnen sich mannigfaltige Rasen aus, die hauptsächlieh an geschützteren Steilen und weniger steilen Abhängen entstan-den, gewöhnlich nach Verdrängung der Wälder und des voralpinen Gebiisches. Sie können offenerer oder geschlossenerer Type sein. Am verbreitetsten sind jene, die sich in der Form von sehr dichtem und geschlossenem Borstengras-Rasen (Nardetum strictae) entwickelten. Sie zeichnen sich durch grosse Einförmigkeit ihrer Zusammensetzung aus, die meistens Seggen und Hainsimsen aufweist.
Durch grösserer Buntheit scheiden Rasen auf steileren und steinigeren, gegen Siiden exponierten Abhängen aus, Buntschwingel-Wiesen (Festucetum pungentis). Auf diesen Wiesen kommien meistens autochtone, sehr oft endemische Pflanzen
vor. Sie sind als die besten Mähwdesen bekannt. Daher treten auf ihnen auch saisonbedingte Dimorphismen auf. Kleinere Flächen sehr ausgesetzter Rasen,
Fels- und Schutthaldenpflanzen. An Felsen und Schutthalden, als die ungiin-stigsten Supstrate, sind hauptsächlich die ausgesprochensten Gebirgs pflanzen gebunden, die ihrer Herkunft nach gröstenteils der Gruppe unserer relikten, bzw. endemischen Pflanzen angehören. Der Form der Felsen und der Exposition ihrer Flächen nach nehmen in der Ausbildung der Felswegetation einige besonders interessante Pflanzenarten teil. So finden wir auf den geschiitzten Flächen von kleineren Felsen grössere oder kleinere Ansiedlungen bekannter Gemeinschaften aus der Klasse Potentilletalia. Die am meisten ausgesetzten Flachen grösserer und höher gelegenen Felsen nehmen Pflanzen aus der bekannten Pflanzengemeinschaft
Potentilletum clusianae ein. In dieser Gemeinschaft gibt es am meisten exlrem angepasste Pflanzen.
Beim Bewachsen von verschiedenen Schutthalden, die mehr oder weniger l^eweglich sein können, nehmen mehrere sehr dynamische und an besonderc Lebensbedingungen angepasste Pflanzen teil, unter denen es mehrere eigentumliche Endeme gibt.

Ključne riječi
Velebiter Alpengarten

Hrčak ID: 143461

URI
https://hrcak.srce.hr/143461

[hrvatski]

Posjeta: 257 *