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Die Bibel in unserer Katechese
Mato Zovkić
Abstract
Vom biblischen Standpunkt aus betrachtend, untersucht der Autor dieses Beitrags (Professor der Bibelwissenschaften) einen Grossteil der bei uns im Gebrauch befindlichen Katechismen. Er verzeichnet ihre Gemeinsamkeiten und ihre Unterschiede. Er stellt fest, dass sie alle christozentrisch sind und dass sie nicht nur erzählen, sondern auch den Sinn der Ereignisse und Worte Christi auslegen. Weitere positive Eigenschaft dieser Katechismen ist, dass sie die Ereignisse der Hl. Schrift mit der Liturgie der Kirche verbinden. Bei Auslegung des Stoffes bleiben all die Katechismen dem Grundsatz der Allmählichkeit treu. Innerhalb einzelner methodologischer Einheiten aber weisen sie grosse Unterschiede auf.
Als grösster Mangel der meisten dieser Katechismen gilt die unzureichende Darstellung des prophetischen Dienstes im Alten Israel, in der Frühkirche und demzufolge in der heutigen Kirche. Am miserablsten sind die Weisheitsbücher des Alten Testamentes vertreten, denen kein einziger Katechismus die gebührende Aufmerksamkeit schenkt. Auch die neutestamentlichen Briefe, vor allem die katholischen, sind schlecht vertreten.
Bezüglich einzelner Probleme meint der Autor: Man müsste mit zwangsläufiger Katholizisierung der messianischen Texte des Alten Testamentes aufhören, über "sieben" Gaben des Hl. Geistes müsste man vorsichtiger reden, die geschichtliche Einführung in die Zehn Gebote müsste rücksichtsvoller ausgearbeitet werden, es müsste besser erklärt werden, warum die neutestamentliche Gemeinschaft den ersten Tag der Woche als den Tag des Herrn feiert.
Trotz der Mängel ist der Autor der Meinung, dass die biblische Erneuerung in unsere Katechismen langsam eindringt. In Punkto des biblischen Stoffes und der Einführung in die biblischen Bücher sind am besten die Katechismen "Božja poruka čovjeku" und "Isus Krist", beide aus Subotica. "Mali ključ Biblije" schiebt den biblischen Stoff und die heiligen Schriften zwangsläufig in die Formen, nach denen sie nicht geschnitten sind. Nur bei den beiden Katechismen von Kolarek besteht die Tendenz eines fundamentalistischen Zuganges.
Der Autor meint, dass es gut ist, dass die kroatischen Bischöfe keinen von diesen Katechismen als verpflichtend für die gesamte Kirche unter den Kroaten erklärt haben. Somit können die Katecheten in diesem Pluralismus jeweils den besten Katechismus für ihre Gruppe und ihr Arbeitsprogramm wählen. Dabei dürften die Bequemlichkeit des Katecheten und evtl. seine Neigung zu alten Standpunkten und Andachtsformen keinesfalls als Kriterium gelten. An Neuauflagen der bestehenden Katechismen und Ausarbeitung von neuen müssten unsere Bibelwissenschaftler kreativer teilnehmen (und nicht nur konsultiert werden), meint der Autor.
Keywords
Hrčak ID:
339250
URI
Publication date:
10.12.1985.
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