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Kirche als Lebenswachterin

Antun Škvorčević


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page 52-57

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Abstract

In diesem Titel steckt die Gefahr der statischen Auffassung des Lebens. Als solcher ist er philosophischer und nicht theologischer Herkunft. Er steht ganz am Fusse des wissenschaftlichen Zugangs zum Leben als "geschlossenem System". Dagegen steht aber die Erfahrung, dass der Mensch ein unvollendetes Wesen und dass das Leben ein Entstehungsdynamismus ist, was vom biblischen Bericht über Erschaffung als "offenes System", welches seine endgültige Vollendung erst in eschatologischer Wirklichkeit findet, kräftig bestätigt wird.
Die biblische heilsgeschichtliche Auffassung des Lebens hat ihre Grundlage im Dynamismus des dreifältigen göttlichen Lebens. Da Gott die Quelle von allem Seienden ist, soll das Leben zum Zeichen des Bundes mit dem Gott des Lebens geachtet werden. Daher "Du sollst nicht töten!" Trotz dieses Gebotes herrscht im Judentum das Reziprozitätsgesetz "Auge um Auge, Zahn um Zahn", wonach man einen beim Verbrechen Ertappten töten konnte oder sogar musste. Jesus aber verkündet und lebt radikal das Gesetz der Barmherzigkeit, wonach man auch den Bösen mit Gutem erwiedern soll. Er selbst wurde als Verbrecher des göttlichen Gesetzes getötet. Mit seinem freiwilligen Tod ermöglichte er aber allen die Fülle des Lebens. Somit stehen wir vor einer Paradoxie: Gott, der das Töten verbietet, übergibt seinen Sohn freiwillig in den Tod, damit der Mensch die Fülle des Lebens leben kann. ; Ihr Bestehen schuldet die Kirche Jesus Christus und seinem Werk der Hingabe in den Tod für uns alle. Indem sie Jesus Christus verkündet, sein paschales Mysterium in den Sakramenten feiert und selbst nach seinem Lebensstil lebt, fördert sie innigst das Leben selbst. Indem sie die Menschen zur Gemeinschaft mit seiner Person anleitet, wird sie an jenem Leben tätig, welches er für alle Geschöpfe in Fülle erlitten hat.

Keywords

Hrčak ID:

344477

URI

https://hrcak.srce.hr/344477

Publication date:

5.3.1986.

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