Historijski zbornik, Vol. 41 , 1988.
Izvorni znanstveni članak
VIER JAHRZEHNTE DER GESCHICHTSSCHREIBUNG ÜBER DAS KROATISCHE MITTELALTER (1945—1985)
Tomislav Raukar
Sažetak
Der vorliegende Beitrag stellt einen Versuch dar, die Entwicklungsstadien und wissenschaftlichen Ergebnisse der Geschichtsschreibung über das kroatische Mittelalter in den vier Nachkriegsjahrzehnten (1945—1985) darzustellen, und zwar in drei Kapiteln.
Im ersten Kapitel (Organisationsgrundlagen der Geschichtsschreibung) werden die Zentren auf gezählt, in denen im Laufe dieser vier Jahrzehnte die historiographische Arbeit organisiert wurde, es wird auf ihre Rolle und Bedeutung hingewiesen, sowie auf die Zeitschriften und Publikationen, in denen die wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlicht wurden. Die Summe dieser Tätigkeit zeigt, daß die kroatische Geschichtsschreibung über das Mittelalter nie über eine so entwickelte und reichhaltige Organisationsgrundlage verfügte wie in diesen vier Nachkriegsjahrzehnten.
Im zweiten Kapitel (Generationen und Forschungsrichtungen) wird betont, daß in der kroatischen Nachkriegsmediävistik vier Generationen gewirkt haben. Die erste, älteste, die ihre wissenschaftliche Ausformung bereits in der Zwischenkriegszeit erfahren hatte, und die zweite, die nach der Befreiung Jugoslawiens auftritt, etwa zwischen 1945 und 1965, bilden die Stützen der kroatischen Historiographie. Diese zwei Generationen bringen neue methodologische Verfahren der marxistischen Historiographie ein und richten ihre Interessen auf die Erforschung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Dieser methodologische Umschwung ermöglichte die Schaffung neuer Forschungsgebiete und den Abstand von traditionellen Verfahren, in denen das Interesse für die Probleme der politischen Geschichte überwog. Die dritte, mittlere Generation trat in der Geschichtsschreibung etwa um das Jahr 1965 auf und wird bis zur Mitte der 70-er Jahre wissenschaftlich ausgebildet. Sie setzt die Arbeit der zwei vorangegangenen Generationen fort, wendet sich aber allmählich neuen Forschungsverfahren und der Methodologie der Gesellschaftsgeschichte zu. Bereits um das Jahr 1980 meldet sich in der Historiographie auch die jüngste, die vierte Generation zu Worte, deren vollständige wissenschaftliche Reifung jedoch erst bevorsteht.
Im letzten Kapitel (Fundamentale Forschungen und die Reichweite der Synthesen) wird das Problem der sog. Synthesen erörtert und ihre wissenschaftlichen Resultate bewertet, und zwar durch ihr Verhältnis zu den fundamentalen, analytischen Forschungsarbeiten. Es wird festgestellt, daß in der Nachkriegsgeschichtsschreibung die Forschung zu Einzelproblemen sehr entwickelt ist, daß sie aber weder zu einer größeren Zahl von Monographien noch zu solchen Überblicken über die kroatische Geschichte des Mittelalters geführt haben, die den zeitgenössischen methodologischen Standpunkten angepaßt wären. Die bestehenden Synthesen bilden eine wichtige Grundlage für eine zukünftige historiographische Arbeit an einer zeitgemäßen Synthese.
Ključne riječi
Hrčak ID:
327028
URI
Datum izdavanja:
1.4.1989.
Posjeta: 605 *