Review article
Platons Lehre und unsere Zeit
Ante Kusić
Abstract
Der Autor behandelt die wichtigsten Richtungen der platonischen Philosophie. Am Anfang erwähnt er den Einfluß der Orphika (Orphischen Schriften), des Pythagoras von Samos, des Parmenides von Elea, des Herakleitos von Ephesus und natürlich des Lehrers Sokrates auf diesen großen athenischen Philosophen. Platon lehrt, daß außerhalb unserer sinnlichen Wahrnehmung die Welt der Ideen (der Kosmos des Seienden rein geistiger Natur und nur für den Geist wahrnehmbar) besteht. Das sind echte Realitäten metaphysischer Ordnung, ewige Dinge und Werte. Die gesamte Welt der (für uns wahrnehmbaren) Erscheinungen ist nur ein Abbild dieser ewigen Dinge. Mit dem Bösen befaßt sich Platon nicht. Er befaßt sich nur mit dem Guten, weil er der Ansicht ist, alle Philosophie sei Wissenschaft vom Guten. Manche behaupten, daß diese platonische Idee des Guten eigentlich Gott ist. Platon lehrt die Präexistenz der Seele. Die menschliche Seele stammt aus der Welt der Ideen. Sie hat die Welt der Ideen einst verlassen und befindet sich jetzt im menschlichen Körper wie in einem Kerker. Die Seele setzt sich zusammen aus Elementen der Erkenntnis, des Mutes und des Begehrens. Im Menschen sind vier ethische Haupttugenden: Klugheit, Starkmut, Selbstbeherrschung (Mäßigkeit) und Gerechtigkeit. Platons Staatstheorie entspricht seiner Seelentheorie. Der dreiteiligen Seelenstruktur entspricht die dreiteilige Ständegliederung des Idealstaates: Herrscher (Philosophen, Aristokratie), Wächter (Soldaten) und Volk (Bauern, Arbeiter). Platon meint, daß die Ideen die Zweckursache der Welt sind. Der Artikel endet mit Hinweisen auf Aufnahme, Entwicklung und heutigen Einfluß der Lehre Platons.
Keywords
Hrčak ID:
338009
URI
Publication date:
15.9.1997.
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