Review article
https://doi.org/10.31727/m.28.1.1
Insekten als alternative Proteinquelle in der Geflügelfütterung
Andrea Gross Bošković
; HAPIH, Centar za sigurnost hrane, Osijek, Hrvatska
*
* Corresponding author.
Abstract
Der weltweite Anstieg des Fleischkonsums, insbesondere von Geflügelfleisch, der durch das Bevölkerungswachstum und veränderte Ernährungsgewohnheiten vorangetrieben wird, hat die Nachfrage nach nachhaltigen und ernährungsphysiologisch wertvollen Proteinquellen in Tierfutter verstärkt. Traditionelle Proteinfuttermittel wie Sojamehl und Fischmehl unterliegen ökologischen, wirtschaflichen und logistischen Einschränkungen, sodass nach alternativen Proteinquellen gesucht werden muss. In diesem Zusammenhang hat sich die Insektenzucht als nachhaltige Lösung herausgestellt, die das Potenzial hat, die Umweltbelastung zu verringern und die Ressourceneffizienz zu verbessern. Ziel dieses Artikels ist es, die potenzielle Verwendung von Insekten als alternative Proteinquelle in der Ernährung von Masthühnern vorzustellen, wobei der Schwerpunkt auf ihrem Nährwert, ihrer Produktionsleistung und den rechtlichen Rahmenbedingungen liegt. Insekten zeichnen sich durch einen hohen Rohproteingehalt, ein günstiges Aminosäureprofl und eine gute Verdaulichkeit aus, während sie im Vergleich zu herkömmlichen Proteinquellen deutlich weniger Land, Wasser und Energie benötigen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens), die aufgrund ihres hohen Protein- und Fettgehalts und ihrer Fähigkeit, mit Nebenprodukten der Lebensmittelindustrie aufgezogen zu werden, als eine der vielversprechendsten Proteinquellen gelten. Eine Auswertung früherer Studien zeigt, dass durch den teilweisen Ersatz von Soja- und Fischmehl durch Insektenmehl vergleichbare oder verbesserte Produktionsparameter, einschließlich Körpergewichtszunahme und Futterverwertungsquote, ohne nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit der Masthähnchen erzielt werden können. Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein teilweiser Ersatz von Sojaprotein durch entfettetes Hermetia illucens-Larvenmehl in einer Menge von 15 bis 25 % des gesamten Proteingehalts der Nahrung optimal ist, während höhere Mengen die Produktionsleistung negativ beeinflussen können. Trotz ihrer ernährungsphysiologischen und ökologischen Vorteile wird die breitere Anwendung von Insekten in der Geflügelernährung durch einen streng regulierten Rechtsrahmen der Europäischen Union in Bezug auf Futtermittelsicherheit, zulässige Aufzuchtsubstrate und die Verwendung von verarbeiteten tierischen Proteinen eingeschränkt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Insekten eine vielversprechende und nachhaltige Proteinquelle in der Geflügelproduktion darstellen; jedoch sind weitere Forschungsarbeiten und regulatorische Entwicklungen erforderlich, um ihre breitere Anwendung in der Tierernährung zu ermöglichen.
Keywords
Geflügelfleisch; alternative Proteinquellen; Hermetia illucens
Hrčak ID:
346544
URI
Publication date:
20.2.2026.
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