Skoči na glavni sadržaj

Izvorni znanstveni članak

Funde frühkarolingischer Waffen und Reiterausrüstung aus der Entstehungszeit des kroatischen Fürstentums

Ante Jurčević ; Muzej hrvatskih arheoloških spomenika, Split


Puni tekst: hrvatski pdf 4.167 Kb

str. 111-147

preuzimanja: 2.455

citiraj


Sažetak

Das Thema dieser Arbeit stützt sich auf die zahlreichen Diskussionen hinsichtlich der Problematik fränkischer Waffen und Reiterausrüstung, die in der kroatischen Fachliteratur Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Erscheinung traten und ihren Höhepunkt mit der Ausstellung Kroaten und Karolinger im Museum der kroatischen archäologischen Denkmäler in Split im Jahre 2000 erlebten. In den nach dieser Ausstellung veröffentlichten Publikationen sind fast alle Funde und schriftlichen Quellen enthalten, die sich auf das Material und ihre Entstehungsperiode beziehen. Die schriftlichen Quellen beschreiben deutlich die politischen und geschichtlichen Umstände, unter denen die Franken in das Gebiet der östlichen Adriaküste kamen bzw. in das Gebiet, in dem später das kroatische Fürstentum entstand. Karl der Große fügte zu seinem Herrschaftsgebiet: “sowohl das eine als auch das andere Pannonien…ferner Istrien, Liburnien und Dalmatien, mit Ausnahme der Küstenstädte”. Eben diese liburnischen und dalmatinischen Gebiete wurden bis 821 von Fürst Borna im Namen des fränkischen Reiches regiert. Unter den Grenzen Liburniens versteht man jene Gebiete, die vom anonymen Kosmographen von Ravenna angeführt und später von fränkischen Quellen weitergegeben waren. Dieses Territorium grenzte im Osten mit der Provinz Dalmatien und hatte eine Grenzlinie von Nin über Kašić bis Karin. Im Norden umfasste sie den Raum Lika, wohingegen die westliche Grenze am Fluss Raša lag. Die östliche Grenze Dalmatiens folgte dem linken Ufer der Flüsse Drina und Pliva und endete in Budva. Die Größe des Territoriums, das die Franken, bzw. Borna tatsächlich kontrollierten, ist nur schwer einschätzbar. Der Blick auf das Ausbreitungsgebiet fränkischer Funde zeigt, dass der Einfluss der Franken fast im gesamten Gebiet Liburniens und Dalmatiens erkennbar ist– von Stranče bei Novi Vinodolski im Westen, Rusanovići bei Rogatica im Osten, Glibodol auf Mala Kapela im Norden bis hin nach Rose bei Herceg Novi im Süden. Die angeführten Funde beziehen sich ausschließlich auf Kriegerausrüstung (Schwerter, Lanzen, Sporen), so dass man davon ausgeht, dass die Träger der Ausrüstung die fränkischen (bzw. Borna’s) Interessen verteidigten. Mit Hinblick auf die Verzierungs– und Anfertigungsweise geht man davon aus, dass ein Großteil der Funde aus einem einzigen Handwerkszentrum in die Gebiete Liburniens und Dalmatiens kam. Ihr Ausbreitungsgebiet sowie die geographische Lage zeigen deutlich, dass die Träger der karolingischen Kriegsausrüstung das Gebiet aus dem die genannten Funde stammen vollständig kontrollierten. Dabei nutzten sie die vorzeitlichen und spätantiken Festungen, die ihnen die Kontrolle über die (antiken) Verkehrswege ermöglichte. Die Bedeutung der Festungen wird in fränkischen Quellen aus dem Jahre 819 bestätigt. Dort steht geschrieben, dass sich Borna bei einem Angriff von Ljudevit aus Posavien auf dessen Fürstentum in seine Festungen zurückzog. Zudem weiß man, dass Fortunat, der Patriarch aus Grad, aus der Stadt ins byzantinische Territorium floh, nachdem er Ljudevit aus Posavien beim Bau und der Erneuerung der Festungen half. Dieses spätantike Modell, das besonders aufzufallen begann, bzw. uns erst mit Erscheinung von karolingischer Bewaffnung und Reiterausrüstung auffiel, ist entscheidend für die Entstehung der räumlichen Organisation Liburniens und Dalmatiens, aber auch ferner für das Gebiet der Gespanschaften des kroatischen Fürstentums und der angeschlossenen Sklaviniai, die sich später autonom weiter entwickelten, aber vom fränkischen Einfluss erfasst waren, wie beispielsweise Hum, Travunien und Duklja. Den Beginn und die Dauer eines solch intensiven fränkischen Einflusses können wir anhand der geschichtlichen Ereignisse– den Einzug der Franken ins ostadriatische Gebiet–, aber auch anhand (fränkischer) schriftlicher und diesen Ereignissen zeitgleichen Quellen annehmen. Nachdem Karl der Große die Langobarden 774 besiegte, 776 Friaul annektierte sowie zwischen 787 und 791 Istrien eroberte und 795/796 die Awaren in Pannonien unterwarf, fand sich das Gebiet Liburniens und Dalmatiens vom fränkischen Kaiserreich im Süden, Westen und Norden umkreist, um zu Beginn des 9. Jahrhunderts selbst unter die fränkische Herrschaft zu gelangen. Auch die byzantinischen Städte (Krk, Osor, Zadar, Trogir, Split, Dubrovnik und Kotor) entlang der adriatischen Küste waren kurze Zeit unter fränkischer Herrschaft. Erst mit Ankunft der byzantinischen Kriegsflotte in der Adria 806, kehrten sie wieder unter byzantinische Verwaltung. Dies ist zudem durch das Friedensabkommen von Aachen aus dem Jahre 812 belegt. Fränkische Quellen aus dem Jahre 816 berichten von der Ankunft einer Delegation des byzantinischen Kaisers Leo V am Hofe von Ljudevit von Posavien mit der Absicht den Grenzkonflikt der byzantinischen Städte an der Adria und den Slawen im Hinterland zu lösen. Der fränkische Kaiser Ludwig schließt, unter anderen, auch Fürst Borna in die unmittelbaren Verhandlungen ein und erkennt letzteren damit als legitimen Herrscher dieses Teils seines Kaiserreiches an. Den gleichen Quellen zufolge nimmt Borna von 818 bis 821 aktiv auf Seite des fränkischen Kaiserreiches im Krieg gegen Ljudevit von Posavien teil. Nach seinem Tod (821) übernimmt Ladislaus die Herrschaft. Dalmatien wird in fränkischen Quellen im Zusammenhang mit der Ermordung von Ljudevit von Posavien 823 zum letzten Mal erwähnt. Dem zufolge nehmen wir an, dass die frühesten Kontakte mit den Franken bereits 774 zustande kamen. Diese Zeit stimmt mit dem Auftreten von Münzen des byzantinischen Kaisers Konstantin V (Kopronymos) im Hinterland der adriatischen Küste überein. Es wurde festgestellt, dass diese Goldmünze in ein Grab in Dubravice bei Skradin zur Herrschaftszeit des Kaisers und seines Sohnes, Leo IV, gelegt wurde. Einer der Gründe weshalb byzantinische Städte eine große Menge dieser Münzen, aber wahrscheinlich auch Schmuck (Trilj, Golubić), slawischen Stammesführern im Hinterland gaben war möglicherweise die Ankunft fränkischer Missionare und Händler, die diese bewaffneten. Der Anzahl der bisher entdeckten Karolingerfunde zufolge, kann man annehmen, dass der fränkische Einfluss im Gebiet um Knin, bzw. Biskupija, am stärksten war, wo bislang 134 Karolingerfunde gefunden wurden. Ferner geht man davon aus, dass sich dort das Zentrum des fränkischen Einflusses befand und somit auch das Zentrum der administrativen– politischen Macht, d.h. das Herrschaftszentrum des Fürsten von Dalmatien und Liburnien. Dieser Fürst könnte eben Borna gewesen sein. Kurz nach dem Tod von Borna verlagerte sich das politische Machtzentrum in das Gebiet von Solin, das in den dreißiger Jahren des 9. Jahrhunderts von Fürst Mislav regiert wurde. Dem zugrundeliegend nehme ich an, dass die Mehrheit der Karolingerwaffen und Reiterausrüstung ins Gebiet Liburniens und Dalmatiens im Zeitraum von 800 bis 830 kam. Durch die Schwächung des fränkischen Einflusses und die Stärkung von Byzanz im Gebiet Liburniens und Dalmatiens, entwickelt sich das kroatische Fürstentum in jenen Grenzen, die von byzantinischen Quellen aus der Mitte des 10. Jahrhunderts genannt werden, aber auch von anderen slawischen Fürstentümern wie beispielsweise Hum, Travunien und Duklja. Im gesamten Gebiet des kroatischen Fürstentums ist eine sehr einheitliche materielle Kultur vor und nach dem Horizont mit Karolingerfunden erkennbar. Sie weist auf eine oder mehrere verwandte ethnische Gruppen hin, die sich, abhängig von der Nähe der byzantinischen oder fränkischen Einflusssphäre, schneller oder langsamer änderten und die schließlich mit der Machtübernahme der Franken den ersten gemeinsamen Herrscher erhielten. Der Sitz dieses Herrschers befand sich höchstwahrscheinlich in Knin. Den Funden auf Crkvine in Biskupija zufolge, besteht die Möglichkeit, dass der Fürst selbst dort begraben wurde. Mit der Zeit verlagerte sich der Sitz der kroatischen Herrscher nach Solin und jener der Kirche nach Nin. Die Tatsache, dass sich das politische oder kirchliche Zentrum in einem Gebiet befand (dem von Knin, Nin oder Solin) bedeutet nicht zwangsläufig, dass es sich dabei um das Stammgebiet einer Kultur oder einer Ethnie handelte. Am Beispiel von Borna, den fränkische Quellen zunächst als dux Guduscanorum (818), dann als dux Dalmatiae (819) und dux Dalmatiae atque Liburniae (821) bezeichnen, ist erkennbar, dass er mit fränkischer Hilfe von einem Fürsten eines kleinen Stammesgebietes zu einem Herrscher aller ähnlicher Gebiete im Raum Liburniens und Dalmatiens wurde. Im Hinblick darauf müsste sich das Stammgebiet von Liburnien und Dalmatien in der heutigen Lika–Region (am Fluss Gacka) befinden. Man geht jedoch davon aus, dass Borna seinen Sitz in das Gebiet des heutigen Knin verlegte. Dies könnte zudem der Grund sein weshalb ihn die Bewohner der Gacka im Kampf gegen Ljudevit von Posavien am Fluss Kupa 819 verließen. Borna’s Verlegung seines Herrschersitzes hatte jedoch keinen bedeutenderen Einfluss auf die kulturelle oder ethnische Entwicklung weder im Gacka Gebiet noch im gesamten Raum von Liburnien und Dalmatien. Zu wahren Veränderungen kam es erst als viele kleinere Gebiete in einem Fürstentum zusammengefasst wurden und sich diese als eine Einheit unter einem Herrscher und einem Bischof zu formen begann. Kulturelle Veränderungen traten mit der Ankunft fränkischer Missionare und der Christianisierung der Bevölkerung auf. Dieser Prozess war am erfolgreichsten wenn ein Herrscher im gesamten Territorium existierte. Demzufolge schränkt der Begriff Stammgebiet des kroatischen Fürstentums zwischen den Flüssen Zrmanja und Cetina, der von Vinski eingeführt und von vielen Autoren später aufgefasst wurde, eine klarere Einsicht in das Problem der materiellen Kultur dieses Raumes ein. Streng geographisch gesehen liegt auch Nin nicht zwischen den Flüssen Zrmanja und Cetina. Zudem übergeht man auch die Tatsache, dass die ältesten fränkischen Quellen Borna zunächst als dux Guduscanorum betiteln, d.h. als Fürsten der Gacka Bewohner, die gleichwohl nicht zwischen den Flüssen Zrmanja und Cetina lebten.

Ključne riječi

Kroatisches Fürstentum, Karolingerfunde, antike Straßen, dekorative Motive auf Karolingerfunden, Borna, Liburnien und Dalmatien

Hrčak ID:

81103

URI

https://hrcak.srce.hr/81103

Podaci na drugim jezicima: hrvatski

Posjeta: 3.546 *