Conference paper
Wir wünschen uns Europa? Welches?
Želimir Puljić
Abstract
Nach den demokratischen Änderungen in den letzten Jahren wächst auch in Kroatien stärker das Interesse an Europa und der Wunsch, ein wirklicher Teil Europas zu sein. Der Autor fragt sich: Was bedeutet das in Wirklichkeit, welches Europa wünschen wir uns?
Die reiche Formungsgeschichte Europas zeige starke verwicklung von verschiedenen Nationen, aber auch ihr gleichzeitiges zeichenhaftes Bestehen in demselben Europa. Der Autor erwähnt manche Geschichtsereignisse, aus denen man die Rolle und Bedeutung von kirchlicher und weltlicher Macht, von großen und kleinen Völkern bzw. Völkergruppen ersehen kann. Es werden auch Ereignisse aus der neueren Geschichte Europas erwähnt, die auf dessen allmähliche Spaltung und Entzweiung in geistiger, intellektueller und politischer Hinsicht hinweisen. Insbesondere wird auf die politische Ost/West-Teilung Europas nach dem II. Weltkrieg hingewiesen. Indem er die Worte erwähnt, die Papst Johannes Paul II. am 9. November 1992 in Santiago de Compostela ausgesprochen hat, weist der Autor auf derzeitige Bemühungen hin, die eine Neuvereinigung Europas auf neuen Fundamenten herbeiführen sollen, damit es in seiner Ganzheit von Portugal bis zum Ural - dieses alte Europa mit seinen Wurzeln im Rom, Athen und Jerusalem, welches seit 13 jahrhunderten auch von vielen bekannten und unbekannten Kroaten gebaut wurde - mit seinen beiden Lungenflügeln aufatmen kann.
Keywords
Hrčak ID:
338198
URI
Publication date:
14.6.1994.
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