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Auffassung und Verwirklichung der Kirche in unserer Katechese
Antun Škvorčević
Abstract
Der Autor dieses Beitrags hat sich nicht vorgenommen, eine erschöpfende und vollständige Auslegung über die Ekklesiologie unserer Katechismen zu geben. Er wollte nur auf die in diesen Katechismen enthaltenen Grundlinien der Lehre über die Kirche hinweisen. Der Autor ist der Auffassung, dass in der Regel alle bei uns nach dem 2. Vatikanischen Konzil verfassten Katechismen die Konzilsauffassung der Kirche als Gottesvolkes, wenn auch manchmal auf eine nicht ganz ausdifferenzierte Weise, vertreten. Im Vergleich mit den vorkonzilären Katechismen stellt dies eine offensichtliche theologische Verschiebung dar. Die konziliäre Auffassung der Kirche ist in diesen Katechismen doch oft eher angedeutet als gründlich ausgearbeitet, so dass man sagen könnte, dass der Gedanke des 2. Vatikanischen Konzils über die Kirche in diesen Katechismen eher rahmen- u. orientierungsmässig als vollständig bearbeitet ist. Keiner von unseren Katechismen bringt vollständig alle 5 Grundelemente der Ekklesiologie des 2, Vatikanischen Konzils: Kirche als Geheimnis (Mysterium), Betonung des dreifältigen Aspektes der Kirche, Auffassung der Kirche als Gemeinschaft, sakramentale Bedeutung der Kirche, Kirche als Gottesvolk.
Der stufenwesen Auslegung des Religionsunterrichtsstoffes Rechnung tragend, bringen die einzelnen Katechismusgruppen den vollständigen Glaubensinhalt nicht in jedem einzelnen Katechismus. Dieser Inhalt ist eher in allen Katechismen der Gruppe zu finden. Man bekommt den Eindruck, dass auch unsere neueren Katechismen, wie übrigens überhaupt die Katechismen in der Welt in den letzten 20-30 Jahren, die existentielle Lage der Religionsschüler als Ausgangspunkt nehmen und im allgemeinen die HI. Schrift als Quelle der Katechese haben. Dies bringt einer besseren Begegnung mit der Bibel als Glaubensquelle und einer unmittelbareren Überprüfung der Erfahrungen des heutigen Menschen im Lichte der biblischen Wahrheit bei. Gleichzeitig ist aber die Katechese dadurch ausserstande, den vollständigen im Dogma formulierten Glauben der Kirche zu vermitteln. Die Katechismen sind und können keine Lehrbücher der systematischen Theologie sein. Doch sollten sie, der stufenweisen Auslegung des Stoffes Rechnung tragend, bestrebt sein, den vollständigen Inhalt des Glaubens, den die Kirche auf Grund der HI. Schrift und der Tradition als Glaubensquellen zu Dogmen umgegossen hat, zu vermitteln, meint der Autor. Da die Lehre des 2. Vatikanischen Konzils für die Kirche die verpflichtende Tradition bedeutet, müsste das Konzil nicht nur rahmen- und orientierungsmässig in den Katechismen vertreten sein, sonder eine Quelle für die Katechese darstellen und ausdrücklicher vorhanden sein.
Keywords
Hrčak ID:
339251
URI
Publication date:
10.12.1985.
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