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Benennungen der glagolitischen Schriftć

Vjekoslav Štefanić

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Štefanić, V. (1976). Nazivi glagoljskog pisma. Slovo, (25-26), 17-76. Preuzeto s https://hrcak.srce.hr/14193
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Štefanić, Vjekoslav. "Nazivi glagoljskog pisma." Slovo, vol. , br. 25-26, 1976, str. 17-76. https://hrcak.srce.hr/14193. Citirano 02.12.2020.
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Štefanić, Vjekoslav. "Nazivi glagoljskog pisma." Slovo , br. 25-26 (1976): 17-76. https://hrcak.srce.hr/14193
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Štefanić, V. (1976). 'Nazivi glagoljskog pisma', Slovo, (25-26), str. 17-76. Preuzeto s: https://hrcak.srce.hr/14193 (Datum pristupa: 02.12.2020.)
Vancouver
Štefanić V. Nazivi glagoljskog pisma. Slovo [Internet]. 1976 [pristupljeno 02.12.2020.];(25-26):17-76. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/14193
IEEE
V. Štefanić, "Nazivi glagoljskog pisma", Slovo, vol., br. 25-26, str. 17-76, 1976. [Online]. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/14193. [Citirano: 02.12.2020.]

Sažetak
Benennungen der glagolitischen Schrift
Der Verfasser stellt in dieser Abhandlung ein Jahrhunderte umfassendes Material (Quellen, Dokumentation) in chronologischer Reihenfolge dar. Es werden Angaben vorgebracht, wie einheimische und fremde Autoren in einzelnen Gegenden, in bestimmten geschichtlichen Situationen die glagolitische Schrift vom 9. bis zum 20. Jahrhundert in verschindenen Sprachen bezeichnet haben. Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts haben die glagolitische Schrift und die altslawische Sprache aufgehört, benutzt zu werden; sie sind zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen geworden.
Die Nomenklatur der glagolitischen Schrift ist recht mannigfaltung, da die Bezeichnung der Schift oft mit dem Namen des Schrifterfinders identifiziert wurde, oder mit der Benennung der Sprache, des Volkes, der Bücher und der Liturgie, ja sogar mit dem Namen der Priester, die den Gottesdienst in altslawischer Sprache aus glagolitischen Büchern verrichteten.
1. Es besteht eine Hypothese, dass die glagolitische Schrift anfangs nach ihrem Urheber Cyrillus oder Kyrill als kurilovica benannt wurde (Beischrift Upyra Lihoga im 11. Jahrhundert, S. 19); in Dubrovnik wurden die Glagolitiker (d. h. Priester, die sich beim Gottesdienst der altslawischen Sprache un der glagolitischen Schrift bedienten) "presbyteri chiurilize" (14-15. Jahrhundert, S. 19-20) genannt.
2. In der Situation, als der hl. Methodius, Slawenapostel, für einen Häretiker erklärt und seine Schrift als gotisch bezeichnet wurde (Toma Arcidjakon, 13. Jahrhundert, S. 22), haben die Kroaten die Urheberschaft ihrer Schrift dem hl. Hieronymus zugeschrieben: littera oder scriptura s. Hieronimi, hieronimiana. Diese Bezeichnung wird in Dokumenten vom Jahre 1248 an bis zum 19. Jahrhundert aufgefunden.
3. Es scheint jedoch am glaubwürdigsten zu sein, dass die glagolitische Schrift ursprünglich nach dem ethnischen Namen des Volkes, der Slawen, benannt wurde: pismo slověnsko, knigy slověnsky (die ältesten Denkmäler vom 9. bis 11. Jahrhundert, S. 20-22). Die lateinischen und italienischen Verfasser vom 14. bis zum 16. Jahrhundert nennen die glagolitische Schrift: littera sclava, slava, sclabonica, schiava, slavonica (S. 27-31).
4. Der Terminus glagoljsko pismo ("glagolitische Schrift"), glagoljica ist nicht aus dem vierten Buchstaben der glagolitischen "azbuka" (Buchstabenfolge) g: glagoly, glagole entstanden, sondern aus dem altslawischen Worte glagolati oder glagoliti in der Bedeutung: sprechen; demnach wurde die bezeichnung auf das Sprechen der Priester beim Gottesdienst angewendet. Ein solcher Priester wurde glagoljaš, lateinisch glagolita oder glagolitiha genannt, und dazu entwickelte sich das Attribut glagoljski, glagoliticus für dessen Bücher, Schrift und Sprache. Allmählich entsteht danach die allgemeine Benennung glagolica und glagoljica (in Russland glagolitica, fälschlich oder verkürtz litica). Der Terminus glagoljski ist erst im 15. Jahrhundert nachgewiesen doch wahrscheinlich wird er auch schon früher verwendet worden sein, nur sind keine Quellen dafür aufbewaht worden (S. 33-41).
5. Nach der griechischen Buchstabenfolge, dem Alphabet, oder dem lateinischen ABC entsteht die slawische Bezeichnung azbuka, azbukvica und das Deminutiv bukvica. Aus den Anfangsbuchstaben der "azbuka" entstand der Titel des Leselehrbuches Azbukividnek slovinski (R. Levaković, Rom 1629). Die Bezeichnung bukvica ist öfters im 16., 17. und 18. Jahrhunderts belegt; sie wurde in Dalmatien gebraucht, wo die Nähe der "ćirilica" (der zyrillischen Schrift) fühlbar war (S. 34-36, 56).
6. Die kroatische Benennung "hrvatski" (kroatisch) für die glagolitische Schrift wird in glagolitischen Texten des 15. Jahrhunderts angetroffen: knigi hr'vat'ske, br'viêli hr'vacki, sodann in italienischen Texten: un Missale Crovato Vechio; de missa croatico idiomate legenda; die Protestanten des 16. Jahrhunderts gebrauchen für die glagolitischen Buchstaben zweierlei Bezeichnungen: kroatische und glagolitische Buchstaben, "mit Crobatischen...mit glagolitischen Buchstaben getruckt" (S. 41-43).
7. Als zur Zeit der humanistischen Bewegung die einheimischen Länderund Personennamen auch nei uns in lateinische verädert wurden, begann man seit dem 15. Jahrhundert auch Kroatien nach dem römischen Illyricum zu nennen, und der ethnische Name wurde in den illyrischen verwandelt. Die Benennung ilirski (illyrisch) wird jedoch für die glagolitische Schrift erst seit dem 16. Jahrhundert aufgefunden; beträchtlicheres Material über illyrische Sprache und Schrift, sowie über Priester ist aus dem 17-18. Jahrhundert bis auf uns gelangt.
Sowohl die Tätigkeit der Gegenreformation im Herausgeben glagolitischer Bücher vom 17. bis 18. Jahrhundert, als auch der Kampf um den slawischen Gottesdienst im 19. und 20. Jahrhundert sind hauptsächlich mit der römisch-dalmatinischen Kommunikation verbunden; demanch werden alle erwähnten Benennungen für die glagolitische Schrift verwendet: Illyrico, Sclavo, Sclavonico, Slavo, Schiavo, Slovinski, sodann: S. Hieronymi, di S. Girolamo, Gerolimiano, und weiter: Glagolita, Glagolitice, Glagolica, Bukvica, und die neue Bezeichnung popovica (S. 56).
Durch Migration der glagolitischen Priester wurden auch Benennungen für ihre Schrift und Sprache, sowie für ihre Bücher verbreitet. In der Zagreber Diözese werden glagolitische Priester in lateinischen Urkunden glagolitae grenannt (Krčelić, Tkalčić, Jelić, S. 37-40). Priester aus Poljica bei Omiš, sowie Flüchtlinge von der Tütken aus Poljica werden in den Ermitagen von Brač (Priestergemeinschaften ohne Regeln) fälschlich auch glagoljaši genannt. Sie bedienten sich nämlich im öffentlichen Leben der bosnischen zyrillischen Schrift bosančica, und in der Kirche vermutlich der glagolitischen Bücher (S. 73). In Venedig (die kroatische Bruderschaft das hl. Georg und des hl. Trifun) heisst die Sprache der Glagoliten dalmatski: Latino sermone aut Dalmato; Zelebration in lingua Dalmata (S. 27).
Der Terminus glagoljski und glagoljica ist so stark popularisiert und generalisiert worden, dass er die einzige Bezeichnung für glagolitische Schrift, Sprache und Denkmäer geblieben ist. Das war das Verdienst des ersten gelehrten Glagoliten Ivan Berčić, der diese Benennungen in seinem Lehrbüchern der glagolitischen Schrift und der altslawischen Sprache benutzt hat. So sind diese benennungen nicht nur zur allgemein bekannten, sondern auch zur wissenschaftlichen Nomenklatur geworden.

Hrčak ID: 14193

URI
https://hrcak.srce.hr/14193

[hrvatski]

Posjeta: 1.607 *