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Review article

https://doi.org/10.53745/bs.95.5.2

Der Glaube als etwas Gedanklich-Kognitives oder ein Gebiet des ganz Anderen? Zur Rekonstruktion des Verständnisses des Glaubens von Christoph Schwöbel

Igor W. Kirsberg ; School of Philosophy and Cultural Studies, Faculty of Humanities, National Research University Higher School of Economics (HSE University), Moscow, Russia


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page 1173-1186

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Abstract

Der Aufsatz untersucht die Möglichkeit, den Glauben als nicht-kognitiven, nicht-denkförmigen und rein emotionellen Strom zu durchdenken, indem er auf die vielschichtige Glaubenskonzeption des bekannten deutschen Theologen Christoph Schwöbel zurückgreift. Der Aufsatz zeigt, auf welche Weise Schwöbel das Verhältnis mit dem Verständnis im Glauben durch dessen Begründung in Gott vereinigt, indem er dazu das Verständnis der Eigentümlichkeiten des Denkens vom phänomenologischen Standpunkt aus benützt. Obwohl der Glaube dabei verstärkt wird, bleibt sein Mechanismus doch verborgen; es ist nicht ersichtlich, dass der Glaube denken und verstehen und sich durch das Denken (und Verständnis) auf etwas beziehen könnte. Aber es gibt auch bei Schwöbel eine Möglichkeit des Verständnisses des Glaubens als nicht-kognitiv-nicht nur im gewöhnlichen Sinne des Unbegreiflichen, sondern auch außerhalb des kognitiv Verständlichen: als etwas Emotionelles, als Erlebnis. Dementsprechend werden im ersten Teil des Aufsatzes neben der intentional-korrelativ-gegenständlichen Struktur des Glaubens nach Schwöbel auch die Schwierigkeiten der Verdeutlichung des Glaubens durch diese Struktur beschrieben, insoferner in seiner Qualität keine folgerichtige Kognitivität entdeckt. Statt der kognitiven Synthese des Verhältnis-Verständnisses gibt es bei Schwöbel vielmehr eine Mischung des Verschiedenartigen. Im zweiten Teil des Aufsatzes wird die prinzipielle Möglichkeit des Glaubens als kognitiv und synthetisch abgelehnt und es wird dabei gezeigt, dass Schwöbel selbst unwillkürlich zur unkognitiven Verdeutlichung des Glaubens abschweift – zu seinem Verständnis als emotioneller Strom, der Denkförmiges in sein eigenes unkognitives Material umwandelt. Im dritten Teil wird die Errungenschaft dieses Verständnisses des Glaubens als ausschließlich emotionell erkannt, insofern dessen Spezifik nicht durch Gott als unbegreiflichen Gegenstand, sondern durch die Besonderheiten seines Vorgangs und das Zusammenwirken mit anderen Bewusstseinsstrukturen verdeutlicht werden kann – d.h. er wird völlig zugänglich in seiner weiteren Präzisierung als eine eigentümliche Emotion.

Keywords

Synthese des Glaubens als Verhältnis-Verständnis; Glaube als Unbegreifliches und Glaube als Nichtkognitiv-Emotionelles; Umwandlung des im Glauben gescheiterten Denkerischen in die Emotion

Hrčak ID:

346355

URI

https://hrcak.srce.hr/346355

Publication date:

16.4.2026.

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