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Miroslav Kravar


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str. 79-105

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Eine Art des rein quantitierenden Verses, der seit dem 15. Jh. in einigen europäischen Literaturen gebraucht wurde, ist auch in der kroatischen Dichtung im Nachlaß von M. P. Katancic, dem angesehenen slawonischen Schriftsteller und Gelehrten der zweiten Hälfte des 18. Jh. vertreten. In seinem nicht großen dichterischen Werk, das heute, soweit uns bekannt, die Sammlung Fructus auctumnales von 1791 und einige zerstreute Gedichte
umfaßt, hat er sich in vier Sprachen der metrischen Verskunst, d. h. der Versformen griechisch-römischer Herkunft bedient: ganz wenig auf griechisch, am meisten auf lateinisch, um die Hälfte weniger aus kroatisch und einmal auf ungarisch. Als: Angehöriger des »pannonischen Farnasses«, in dem die griechisch-römische Metrik reichlich praktiziert wurde, hat er praktisch und theoretisch daran gearbeitet, das quanti- tierende Prinzip in unserer Dichtung durchzuführen.
Im obigen Aufsatz werden vor allem drei Fragen zu Katancic’s metrischem
Experiment erörtert: die prosodische Grundlage, der Versbau im engeren Sinne und die Umstände, unter denen es entstanden ist.
Was zunächst die prosodische Grundlage dieser Metrik angeht, so sieht man zwar richtig ein, daß es sich hier um das lateinische quantitie- rende Prinzip handelt, wobei mann aber danach zu fragen vergißt, welches
Akzentsystem hier zugunsten der Quantität vernachlässigt wird. Jedoch, ohne sich darüber im klaren zu sein, ist man außerstande zu ermitteln,
ob auch unser Dichter, wie manche vor und nach ihm, nicht etwa »pseudoquantitierend« dichtet, derart nämlich, daß unter dem Gewand der lateinischen Regeln auch der Akzent mehr oder minder in Betracht gezogen wird. Da uns andererseits das Akzentsystem seiner slawonisch- -ikawischen Literatursprache nur unvollkommen bekannt ist, wird hier ein Verfahren angewandt, das uns eine möglichst sichere Auskunft über die etwaige rhythmische Rolle des Akzents verschaffen kann. Es werden die beiden stokawischen Akzentsysteme, das ältere und das neuere, in dieser Hinsicht überprüft, wobei gefunden wird, daß keines von den beiden
prosodisch ausgenützt wird. Erst daraus darf man folgern, daß die Prosodie unseres Dichters eine wirklich quantitierende ist, um so eher als sie von ihm auch theoretisch als solche begründet wird.
Die klassischen Versmaße, die Katancic in seinem kroatischen Werk anwendet, stellen eine beschränkte Auswahl aus dem Reichtum der antiken
Formen dar. Es erscheinen nur der Hexameter kalä stichon und das elegische Distichon, sowie zwei lyrische Strophen, die sapphische und die zweite asklepiadeische. In der Handhabung dieser Formen bewährt sich unser Dichter als geschickter Nachahmer seiner großen lateinischen Vorbilder,
besonders des Vergil und Horaz. Seine Verse zeigen die von diesen beiden Klassikern normierte Faktur auf.
Wichtig ist auch die Frage nach den Quellen, dem Schicksal und der Bedeutung von Katancic’s metrischer Praxis. Als allgemeine Anregung kommt vor allem seine weite latinistische Gelehrsamkeit in Betracht, aus der er seine dichterischen Ansichten schöpfte. Außerdem kann auch die ungarische »klassische Schule«, die zu dieser Zeit damit beschäftigt war, die antike Metrik als eine alte einheimische Tradition wieder zu beleben, von gewissem Einfluß gewesen sein. Jedoch sind auch frühere heimatliche Einwirkungen der geistlichen Umgebung des Dichters spürbar.
In seinem seltsamen metrischen Experiment, das weder Epoche noch Schule gemacht hat, ist Katancic unter unseren Dichtern allein geblieben. Dennoch hat er sich wenigstens um die weitere Entwicklung verdient gemacht.
Er hat endgültig gezeigt, wie unsere Verse nicht zu bauen sind, und damit den Weg für neue Schritte auf diesem Gebiet gebahnt. Nach einer kurzen Zeit der pseudoquantitierenden Praxis, wo die lateinischen Regeln nach wie vor frei behandelt wurden, ist bald auch bei uns in klassischen Versen das deutsche akzentuierende Prinzip erfolgreich übernommen
worden.

Ključne riječi

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