Historical Journal, Vol. 43 , 1990.
Conference paper
AUSBILDUNG DER BAUFACHLEUTE IN DALMATIEN IM 19. Jh.
Stanko Piplović
Abstract
In Dalmatien begann sich das Schulwesen erst zu Beginn des vorigen Jahrhunderts systematisch zu entwickeln, d. h. nach dem Niedergang der Republik Venezien, unter deren Vorherrschaft sich die Provinz Dalmatien fast vier Jahrhunderte lang befunden hatte. Als 1805 Dalmatien an Frankreich fiel, wurde im allgemeinbildenden und Fachschulwesen ein großser Schrift vorwärts gemacht. Es wurden die ersten Handwerks schulen in Zadar und Skradin eröffnet. Das wichtigste Ereignis war die Gründung des Lyzeums (besondere Art von Hochschulen) in Zadar im Jahre 1806 mit mehreren Berufszügen, unter denen auch solche für Architekten und Landvermesser. Als Vortragender wurde der Architekt Basilio Mazzoli aus Rom angeworben. Nach den Verwaltungs-territorialen Reorganisationen und der Schaffung der sog. »Illyrischen Provinzen« 1809 ist das Lyzeum zur Zentralschule geworden. Beibehalten wurde auch weiterhin das Ingenieur- und Architektenstudium, dessen Dauer auf vier Jahre verlängert wurde. Wegen der sehr kurzen Zeit des Bestehens der französischen Verwaltung wurden keine bedeutenderen Resultate erzielt. Von den wenig zahlreichen Studenten taten sich später als Fachleute der Architekt V. Andrić und Ing. P. Pekota hervor.
Im Jahre 1814 fiel Dalmatien endgültig an Österreich. Aufgrund der Provinzordnungen aus den Jahren 1819 und 1823 gab es in den Volksschulen einige Züge, in denen technische Disziplinen unterrichtet wurden. Erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts begannen wegen der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung an sog. »Bürgerschulen« Abendkurse für Handwerker zu entstehen. So hat an der Bürgerschule in Korčula im Jahre 1881 der Fachkursus mit Abteilungen für Steinbearbeitung und für Schiffbau mit der Arbeit begonnen. Das Ziel war eine bessere theoretische Befähigung der Fachkräfte. Der Organisator und erste Lehrer war F. Radić. Bedeutende Änderungen entstanden 1913, als die Fachschule für das Zeichnen im Handwerk gegründet wurde, die auch eine Abteilung für Steinmetzen hatte.
Zum wichtigsten Zentrum für die Ausbildung von Handwerkern wurde Split. Hier begann 1890 die Fachschule für die Weiterbildung der Lehrlinge mit ihrer Tätigkeit, zuerst allerdings nur als Abendschule. Im Jahre 1907 wurde diese Schule reorganisiert und in eine ordentliche Schule umgewandelt. Sie wurde ständig erweitert und modernisiert, so daß sie im Jahre 1908 die Benennung »Graditeljska, zanatlijska i umjetnička škola« (Bau-, Handwerks- und Kunstschule) erhielt. Neben allen anderen Fächern wurden hier auch die zukünftigen Fachleute des Baugewerbes: Zimmerleute, Bautischler, Anstreicher und Maurer ausgebildet. Der langjährige Direktor dieser Schule war der bekannte Ingenieur K. Tončić.
Während der ganzen Zeit der österreichische Verwaltung im Laufe des 19. und zu Beginn des 20. Jhs. gab es in Dalmatien keine einzige Bauhochschule. Die Ingenieure und Architekten, die damals im staatlichen Bauwesen arbeiteten, kamen am häufigsten aus anderen Teilen der Monarchie. In der letzten Phase dieser Periode begannen sich in den größeren Zentren des Staats auch einheimische Leute auszubilden. Erst 1919 wurde in Zagreb die »Tehnička visoka škola« (Technische Hochschule) gegründet, die auch eine Abteilung für Architektur hatte, so daß seit der Zeit die jungen Leute aus Dalmatien sich in diesem Fach in Zagreb ausbilden lassen konnten.
Keywords
Hrčak ID:
326627
URI
Publication date:
1.3.1991.
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