Historical Journal, Vol. 43 , 1990.
Conference paper
ANTE KONSTANTIN MATAS. Mittelschulprofessor am öffentlichen Gymnasium in Sinj
Ante Bezina
Abstract
Ante Konstantin Matas (geb. am 26. 5. 1833 in Kladnjice Gornje bei Split — gest, am 3. 10. 1884 in Split) begann nach Abschluß seines Studiums in Wien im Schuljahr 1859/60 seine Tätigkeit als Mittelschullehrer am öffentlichen Franziskanergymnasium in Sinj. Seine Fähigkeiten wurden sehr bald bemerkt. Bereits im Jahre 1860 wurde er zum Direktor des Gymnasiums, zum Sekretär der Provinz und Vertreter des Gymnasiums in der Gemeindeverwaltung von Sinj gewählt. 1878 wurde er zum Direktor des Gymnasiums in Split ernannt, auf welchem Posten er bis zu seinem Tode blieb. Die Wirkung von Matas war mannigfaltig. Sein Haupt anliegen war natürlich der Unterricht und die Erziehung seiner Schüler. Er forderte, daß der Unterricht nach pädagogischen Prinzipien erteilt wird, daß der Glaube praktiziert und die Moral immer im Einklang mit den Forderungen des katholischen Glaubens stehen. Er ließ das Gymnasialgebäude umbauen und forderte Schulbücher in kroatischer Sprache. Er füllte die Bestände der Bibliothek auf genauso wie die naturwissenschaftlichen Sammlungen und schaffte auch andere Lehrhilfen an. Seine besondere Aufmerksamkeit galt der Weiterbildung der Lehrer. In das Geschäftsgebahren des Gymnasiums führte er die kroatische Sprache ein. Er wirkte auch sehr viel mit beim Wecken des Nationalbewußtseins. Bereits während seiner Schulzeit in den unteren Stufen des Gymnasiums in Split eignete er sich die Ideen der kroatischen nationalen Bewegung, des sog. »Illyrismus«, an. Dieses Gefühl der nationalen Zugehörigkeit sollte dann während des weiteren Studiums wachsen. Als er in Sinj Professor an dem Gymnasium war, stand er in seinem Büchlein »Glas hrvatsko-slavonski iz Dalmacije« (Die kroatisch-slawonische Stimme aus Dalmatien, Zagreb, 1860), »Šilo za ognjilo« (Wie du mir, so ich dir, Split 1861) gegen die Partei der »autonomaši« (Autonomiebewegung) auf. Er forderte die nationale Freiheit des kroatischen Volkes in Dalmatien, in erster Linie die Einführung der kroatischen Sprache in die Volksschulen, Rechtssprechung und Verwaltung. Wegen dieser seiner Tätigkeit wurde er bei der Regierung in Wien, der Statthalterschaft und dem Ordensgeneral in Rom angeschwärzt. Unterstützung in diesem Kampf fand er hingegen bei den Kollegen an der Schule und bei vielen Bürgern. Zum Zeichen des Dankes ernannte ihn die Gemeinde von Sinj zum Ehrenbürger. Er war auch wissenschaftlich tätig. Zu seinen ersten Arbeiten auf diesem Gebiet zählen die Ausgrabungen der Kulturdenkmäler im Ort Čitluk bei Sinj. Er schrieb aber nicht nur über archäologische Funde in Dalmatien, sondern auch über geschichtliche Probleme jener Region. Er hat auch eine ziemliche Anzahl polemischer Schriften zur Verteidigung der Nation und Religion veröffentlicht. Ein guter Prediger war er ebenfalls, so daß nach seinem Tod einige seiner Predigten gedruckt wurden. Um es kurz zusammenzufassen: er war ein guter Charakter, ein fleißiger wissenschaftlicher Arbeiter und Verteidiger der Kroaten in Dalmatien.
Keywords
Hrčak ID:
326638
URI
Publication date:
1.3.1991.
Visits: 547 *