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Conference paper

WIDERSPIEGELUNG DER KULTURELLEN EINFLÜSSE IN DEM STÄDCHEN SINJ IN LAUFE DER LETZTEN 3 JAHRHUNDERTE

Josip Ante Soldo


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page 183-195

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Abstract

In der vorliegenden Arbeit stellt der Verfasser die urbane aber auch die gesellschaftlich-politische Entwicklung des Städtchens Sinj von 1686 bis 1940 dar. Im 18. Jh. wurde die Stadt stark von den Franziskanern beeinflußt, wogegen sich der Rationalist Ivan Lovric energisch wandte. Im Laufe des 19. Jhs. entstand dann eine »weltliche« Kultur dank dem Einfluß der Beamtenschaft, ganz besonders der reichen Familie Buglian, die der politische Partei der »autonomaši« sehr nahe stand. In den Wahlkämpfen, an denen beide großen politischen Parteien, die »narodnjaci« und die »autonomaši« lebhaft teilnahmen (wobei sich die letztgenannten der Unterstützung der offiziellen Stellen erfreuten und dadurch viel stärker waren) richteten die »narodnjaci« ihr Hauptaugenmerk auf die wohlhabenden Bauern, weil sie ihrerseits unter dem Einfluß des Pfarrers standen. So kam es, daß zum ersten Volksvertreter in Sinj im Jahre 1868 Nikola Vidić, ein reicher Bauer aus dem Dorf Lučani, gewählt wurde, erst etwas später (1870) übernahm Dr. Ante Tripalo diese Aufgabe.
Diesem Kampf ging die Vereinigung der Franziskanermittelschulen in Sinj im Schuljahr 1854/55 voran; die neue Schule war eine Zeitlang verstaatlicht (1871—1882), dann aber wieder Privatschule. Ihre Bedeutung ist darin zu sehen, daß das die erste Mittelschule in Dalmatien war, in der die Unterrichtssprache kroatische war. Die Wichtigkeit dieser Tatsache sah auch die Gemeindeverwaltung von Sinj ein und gewährte der Schule je nach Möglichkeit Unterstützung, so etwa bis zum Jahre 1930. Aus diesem Gymnasium gingen auch die ersten Intellektuellen hervor, die dann weiterstudierten. In den zu der Zeit eröffneten Lesenhallen entstand eine außerkirchliche gesellschaftliche und kulturelle Atmosphäre, es wurden weitere Schulen in der Stadt und den umliegenden Dörfern eröffnet, ferner ein Blasorchester und Laienschauspieltruppen gegründet.
Die schöne Eintracht wurde jedoch durch neue politische Strömungen, die Parteien der »pravaši« und der »demokrati« getrübt. Dadurch beginnt eine Polarisierung, nicht nur im politischen, sondern auch im kulturellen Leben. Diese Polarisierung wurde auch im Staate SHS (Serbien-Kroatien-Slowenien = Jugoslawien nach dem Ersten Weltkrieg) fortgesetzt, mit dem jugoslawisch orientierten Sportund Kulturverein »Sokol« (»Falke«) und dem eher kroatisch orientierten parallelen Verein »Orao« (»Adler«). Beide Strömungen konkurrierten auch auf kulturellem Gebiet mit relativ gutem Erfolg. Neben ihnen tritt auch die sozialistische Strömung auf, die seit dem Jahr 1932 stärker wird, und 1940 geht die HSS (Hrvatska seljačka stranka = Kroatische Bauernpartei) in die sog. »Crvena općina« (»Rote Gemeinde«) ein.

Keywords

Hrčak ID:

326643

URI

https://hrcak.srce.hr/326643

Publication date:

1.3.1991.

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