Historical Journal, Vol. 45 , 1992.
Original scientific paper
DAS VERHÄLTNIS DES KÖNIGREICHS JUGOSLAWIEN ZU DER KROATISCHEN SEEFAHRT
Franko Mirošević
Abstract
Das Königreich Jugoslawien, oder wie es in dem einheimischen Sprachgebrauch oft genannt wird "Kraljevina Srba, Hrvata i Slovenaca" (SHS) = Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, hatte in seinem Bestand auch 2854 km Küstenlinie an der Adria, aufgrund dessen zu erwarten wäre, daß die regierenden Kreise bestrebt sein werden, die Seefahrt zu fördern. Damit im Zusammenhang boten auch die Handels- und Handwerkskammern, die in dem aufgesplitterten Kroatien wirkten, Programme zur Entwicklung der Schiffahrt an, worauf keine Reaktion erfolgte. Die zentralistisch orientierten serbischen Machthaber hatten kein Verständnis für die genannten Vorschläge. Das Ergebnis einer solchen Politik war die Abhängigkeit von der ausländischen Flotte.
Die Regierung des Königreichs der SHS verringerte systematisch die Geldmittel, die der Seefahrt und den Körperschaften der Staatsverwaltung, zu deren Kompetenz die Schiffahrt gehörte, zugedacht waren. Die dem Import von Schiffen auferlegten Zölle hemmten zusätzlich die Entwicklung der Seefahrt. Das im Jahre 1925 verabschiedete Gesetz sah für den Kauf von Schiffen im Ausland Einfuhrzölle bis zu 40 % vor. Diese hohen Zölle hinderten die einheimischen Reedereien in einer erfolgreichen Geschäftsführung und minderten ihre Konkurrenzfähigkeit im Vergleich mit den ausländischen Reedereien. Es wurde nicht einmal etwas unternommen, um regelmäßige Schiffsverbindungen mit jenen Ländern aufzunehmen, mit denen das Königreich Jugoslawien gute Geschäftsverbindungen aufrechterhielt. Da die staatliche Unterstützung fehlte, konnte die einheimische Schiffahrt nur mit 24,6% an dem Gesamtverkehr in den einheimischen Häfen teilnehmen, alles andere wurde Schiffen aus dem Ausland überlassen.
Keywords
Hrčak ID:
326764
URI
Publication date:
1.5.1993.
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