Historijski zbornik, Vol. 40 , 1987.
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DIE DEMOGRAPHISCHE ENTWICKLUNG IN ZIVILKROATIEN UND SLAWONIEN VON 1850—1880
Agneza Szabo
Sažetak
Nach 1848 kam es zu einer gewissen Beschleunigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung in Zivilkroatien und Slawonien. Dabei sind drei Phasen auszumachen. Das sind die Epochen des Neoabsolutismus, ferner die Zeit der relativen Konjunktur sowie die Epoche nach dem Eintritt der Finanzkrise in Wien im Jahre 1873.
Die durchgeführten Studien zeigten in erster Linie häufige Änderungen von Verwaltungsgrenzen. Das wichtigste gesellschaftliche Problem ist jedoch der Zerfall der Genossenschaften, was zu einer ständig wachsenden Zersplitterung des Bodenbesitzes führt, zur schlecht organisierten Bearbeitung von Landbesitz und letzten Endes zur steigenden wirtschaftlichen Verarmung. Die Folgen davon waren eine wachsende Emigration, der Rückgang der Geburtenraten und der Heiratswilligkeit sowie in Anstieg der Sterblichkeitsrate. Zusammengenommen hat daß alles zu einer merklichen Stagmerung der Bevölkerungszahl geführt.
Die zweite Phase umfaßt die Zeit von 1860 bis 1873. Diese Epoche fällt mit einer allgemeinen Konjunktur in der Monarchie zusammen aber auch mit heftigen politischen Kämpfen im Lande hinsichtlich der Lösung von staatsrechtlichen Fragen. In dieser Phase ging für das Banalkroatien die Provinz Međimurje und die Stadt Rijeka verloren, was eine negative Auswirkung auf die Sozialstruktur der Bevölkerung hatte sowie auf die allgemeine gesellschaftlich-wirtschaftliche Entwicklung. Für diese Zeit sind zwei grundlegende Tatsachen von größter Bedeutung. Das ist der intensivierte Prozeß des Zerfalls von Genossenschaften, der Mitte der siebziger Jahre zu seinem Höhepunkt kommen wird, sowie eine verstärkte Entwicklung der Städte, in denen für die Modernisierung typische Prozesse sich bemerkbar machen. Die Anziehungskraft der größeren Städte furht zu einer massiven Landflucht. In den Städten konzentriert sich in bescheidenem Ausmaßen das Kapital, wodurch die Gründung einer größeren Zahl von Industrie- sowie Gewerbeunternehmen und eine Steigerung des Handels bedingt sind. In dieser Zeit haben sich die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Kategorien herausgebildet: von den zahlreichen ungelernten und gelernten Arbeitern bis zu den sehr viel weniger zahlreichen Angehörigen von den unterschiedlichsten Gruppen von Akademikerberufen. Zugleich entstehen auch immer größere soziale Unterschiede. Sie machen sich nicht nur in den Besitzverhältnissen sondern auch auf dem Gebiet der Allgemeinbildung bemerkbar.
Die dritte Phase erfolgte nach Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 1873. Die Krise machte sich auch in Kroatien immer stärker bemerkbar. Davon wurden mehr diejenigen Handelsfirmen und Gewerbetreibenden, die mit dem Ausland arbeiteten in Mitleidenschaft gezogen. In größeren Städten sind sehr bald die neugegründeten Industriefirmen zugrunde gegangen, und eine Sanierung wurde auch nicht im Jahre 1880 erreicht. Die Folgen der genannten Erscheinungen waren eine steigende Arbeitslosigkeit, die Entstehung von Kleinbetrieben in Handel und Gewerbe, eine steigende Auswanderungsfreudigkeit und schließlich eine neuerliche Stagnierung hinsichtlich der Regeneration der Bevölkerung
Ključne riječi
Hrčak ID:
326954
URI
Datum izdavanja:
1.4.1988.
Posjeta: 501 *