Historijski zbornik, Vol. 41 , 1988.
Izvorni znanstveni članak
SOZIALE STRUKTUR DER MITTELSCHÜLER IM ZIVILKROATIEN UND SLAWONIEN 1850—1881 (ZUR GENESIS DER INTELLIGENZ)
Agneza Szabo
Sažetak
Nach der proklamierten Abschaffung des Feudalsystems (1848) begann in den kroatischen Ländern der Prozeß einer langsamen Modernisierung mit unterschiedlicher Intensität. Die durchgeführten quantitativen und qualitativen Forschungsarbeiten beleuchten diesen Prozeß auf dem Gebiet der Mittelschulen. Dabei sind drei Phasen zu bemerken. Die erste ist die Zeit des Neoabsolutismus (1850—1860).
Die zweite Phase umfaßt die Zeit zwischen 1860 und 1873 und die dritte diejenige zwischen 1874 und 1881. Die quantitativen Studien haben gezeigt daß die Zahl der Mittelschüler zwischen 1850 und 1860 starken Schwankungen unterworfen war. Die Gründe eines solchen Zustandes waren politischer und finanzieller art (Germanisierung, mangeldes Kapital).
In der zweiten Phase (1861—1873) befindet sich die Zahl der Schüler in ständigem Anstieg. Die festgestellte Steigerung der Schülerzahl ist der weiteren Modernisierung des gesamten öffentlichen Lebens zu verdanken, aber auch einer bescheidenen Kapitalbildung im Lande.
Die dritte Phase erfolgte nach dem Ausbruch der Finanzkrise (1873), die nach und nach auch in Kroatien und Slawonien ihren Niederschlag fand. In den Mittelschulen ist ein plötzliches Absinken der Schülerzahl nicht zu übersehen, vor, allem in größeren und reicheren Städten. Gegen Ende des Jahrzehnts ist es den Gymnasien gelungen, den Rückgang der Schülerzahl aufzuhalten, nicht jedoch den Realschulen. Mit finanziellen Problemen hatten nämlich in erster Linie Kaufleute, Handwerker, ja auch andere Unternehmer zu kämpfen, die ihre Söhne eher in Realschulen als aufs Gymnasium schickten.
Wegen mangelnden Quellenmaterials kann die soziale Abstammung der Schüler nur für die Zeit zwischen 1870 und 1880 festgestellt werden. Gegen Ende des Jahrzehnts kam eine ständig wachsende Zahl der Jugendlichen aus entwickelten städtischen Regionen in die Schulen.
In der sozialen Struktur überwiegen Schüler aus Familien mit intellektuellen Berufen. Die zahlenmäßig zweitstärkste Gruppe stammt aus Kaufmanns- und Handwerksfamilien, während Schüler bäuerlicher Abstammung untervertreten sind.
Was die Religionszugehörigkeit anbelangt, überwiegen Schüler der römisch-katholischen Konfession. Es folgen diejenigen der orthodoxen Konfessionszugehörigkeit und Juden, an letzter Stelle die Angehörigen anderer Konfessionen. Detaillierte quantitative Analysen zeigen, daß Israeliten aüsgesprochen häufig ihre Söhne in Mittelschulen Schicken. An zweiter Stelle befinden sich die römisch- katholischen. Die orthodoxen haben ebenfalls die Einschulung ihrer Söhne in Mitellschulen stark intensiviert, obwohl sie von der Finanzkrise stärker betroffen waren als die römischkatholischen Familien.
Ključne riječi
Hrčak ID:
327033
URI
Datum izdavanja:
1.4.1989.
Posjeta: 423 *