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DER ANTEIL DER STEIERMARK AM TÜRKENSIEG VOM BERG HARSANY 1687, Ein Beitrag zur Logistik des »grossen Türkenkrieges«

Othmar Pickl


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str. 181-216

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Sažetak

1970 hatte beim Grazer Symposion über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Türkenkriege unser viel zu früh verstorbener Freund Ingomar Bog (f 26. Mai 1987) zum Problem der Heeresversorgung und der Kriegsfinanzierung vor allem im Österreich des 16./17. Jahrhunderts sehr treffend festgestellt: ’’Das Insgesamt der wirtschaftlichen und logistischen Voraussetzungen dieser [Türken-] Siege und damit ihrer weltgeschichtlichen Folgen blieb im Dunkeln”. Er hatte damals in seinem Beitrag u.a. über den Voranschlag der Wiener Hofkammer für das Kriegsjahr 1689 und all die Schwierigkeiten berichtet, die sich aus der Finanzierung, der Proviantbeschaffung und der sonstigen Realisierung dieses Voranschlages ergeben hatten. Er schloß damals sein Referat über Heeresversorgung und Kriegsfinanzierung mit der Feststellung: ’’Zuwenig davon ist erforscht”, ermunterte uns aber gleichzeitig zur eingehenden Erforschung des genannten Problemkreises. Wir hoffen, daß die vorliegende Untersuchung einen Beitrag zu der von Ingomar Bog aufgegriffenen Problematik leistet.
Allen von der Finanzierungsseite her grenzen die Leistungen der Grazer Hofkammer an ein Wunder. Sie hatte von 1684 bis Ende 1687 über eine Million Gulden für die Ausrüstung und Versorgung des Draucorps aufgewendet und davon durch die Wiener Hofkammer bloß 200.000 fl — davon 100.000 fl lediglich als Darlehen — ersetzt bekommen. Wie es dem Hofkammer-Präsidenten Franz Adam Graf von Dietrichstein gelang, zusätzlich zu den laufenden Ausgaben innerhalb von vier Jahren mehr als fast eine Million Gulden für den Türkenkrieg aufzubringen, muß erst untersucht werden.
Der Ankauf der gewaltigen Getreidemengen, ihre Vermahlung und der Transport von Proviant und Fourage aus der Obersteiermark und aus Kärnten über mehr als 600 km ins Operationsgebiet an der unteren Drau wurden ab 1684 Jahrfür Jahr besser organisiert und die Funktion der Feldmagazine und Feldbäckereien in Legrad, Dernje und Turanovac laufend verbessert; die Feldbäckerei bei Siklós wurde 1687 in kürzester Zeit gleichsam aus dem Boden gestampft. Die Herstellung und rechtzeitige Auslieferung des "Schiffszeugs” war ebenso schwierig wie das Befahren des verwilderten und urwaldähnlichen Flußlaufs der unteren Drau mit Plätten und Flößen. Doch sowohl diese Schwierigkeiten wie auch die ständigen Überfälle auf die Nachshub-Konvois nach Fünfkirchen/Pécs und Siklós durch die türkischen Besatzungen von Kanizsa und Szigetvar wurden gemeistert. Schließlich trug die Bereitstellung von 5 Schiffbrücken, ihr Transport in den Einsatzraum und ihre Errichtung über die Hochwasser führende Drau im Juli und gegen Ende August 1687 unmittelbar zum militärischen Erfolg des Feldzugs d.h. sowohl zum Sieg am Berg Harsany als auch zur Eroberung ganz Slawoniens und der so wichtigen Festung Esseg/Osijek durch das Draucorps bei.
Die Grazer Hofkammer bzw. die Steiermark haben sich damit bedeutende Verdienste um die militärischen Erfolge der Feldzüge von 1684 bis 1687, ganz besonders aber um die Campagne 1687 samt ihren so weitreichenden politischen Auswirkungen erworben.

Ključne riječi

Hrčak ID:

327034

URI

https://hrcak.srce.hr/327034

Datum izdavanja:

1.4.1989.

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