Filozofska istraživanja, Vol. 44 No. 4, 2024.
Izlaganje sa skupa
https://doi.org/10.21464/fi44404
Kant über die ethische Gemeinschaft
Mladen Živković
; Galija 1, HR–21480 Vis
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Anlässlich des 300. Geburtstages Kants plädiere ich für eine zweite Rückkehr zu Kant. Mit der ersten Rückbesinnung auf Kant argumentierten die Neukantianer gegen den Materialismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Betrachtet man die Dominanz der Wissenschaften (scientismus) in all ihren Varianten und die Ideologisierung der Wissenschaft, die nun in Form einer Art wissenschaftlichem Aberglauben begann und bis heute anhält, scheint dieser Versuch gescheitert zu sein. Kant bietet ein Heilmittel für diesen Aberglauben. Im Zentrum der zweiten Rückkehr zu Kant sollte seine ethische Lehre stehen, seine soziale und politische Philosophie und seine philosophische Theologie. Im Werk Religion in den Grenzen des blossen Vernunft stellte Kant 1793 seine philosophische Theologie vor. Seine Thesen über das radikale Böse, die Religion, Christus, das Christentum, die Kirche, das Judentum, die Konversion usw. sind bis heute herausfordernd. In dieser Darstellung liegt der Schwerpunkt auf dem Konzept einer ethischen Gemeinschaft, also einer ethischen Gesellschaft, die das Reich der Tugend im Gegensatz zur politischen Gemeinschaft und der bürgerlichen Rechtsordnung ist, in der unter den Menschen der Zwang des Gesetzes herrscht. In einer ethischen Gemeinschaft sind die Menschen unter den Gesetzen der Tugend als Gottes Volk vereint. Kant führt das Konzept der moralischen Bekehrung (persönliche revolutionäre Wende) ein, durch die sie zu neuen Menschen werden, die sich in einer ethischen Gemeinschaft vereinen, um das ultimative Ziel zu erreichen: dass die Menschheit Gottes Volk wird, das in ewigem Frieden auf Erden leben würde. Die gescheiterten Versuche, die Gesellschaft auf der Grundlage der Prinzipien totalitärer Ideologien zu organisieren, und die Krise der Staaten des bürgerlich-liberalen Kapitalismus veranlassen uns, darüber nachzudenken, was Kant über die menschliche Gemeinschaft zu sagen hat, die auf Ethik und Tugend beruht. Die ethische gemeine Wessennschaft ist eine mögliche Alternative zur heutigen kapitalistischen Rechtsgesellschaft. Es scheint ein utopischer Traum zu sein. Wenn wir jedoch Kants Antworten auf die Fragen was kann ich wissen und was soll ich tun akzeptieren, dann sollten wir sehen, was Kant sagt: was wir als Menschheit tun sollten. Seine Antwort ist klar: Wir müssen eine ethische gemeine Wessen schaffen, die die gesamte Menschheit einschließt. Mit diesem Text wollen wir Kant selbst das Wort erteilen. Wir hoffen, dass das Thema unser Fachpublikum interessiert.
Ključne riječi
Immanuel Kant; radikales Böse; moralische Bekehrung; ethische Kreativität; ethische Gemeinwesen, Gottes Volk, Vernunft Religion, religiöser Aberglaube
Hrčak ID:
330312
URI
Datum izdavanja:
30.12.2024.
Posjeta: 722 *