Ostalo
Geistlich-gläubige Identität des Religionslehrers
Josip Baloban
Sažetak
Seit 1945 gab es in ehemaliger Yugoslawien keinen Religionsunterricht weder in der Volkschule noch in der Mittelschule. Der konfessionelle Religionsunterricht in der Schule wurde zuerst im Jahre 1991 im Staat Kroatien wieder eingeführt. Diese Einführung findet in einer äußerst komplizieren gesellschaftlichen Situation statt. Es handelt sich einerseits um demokratische Prozesse, die unwiderruflich voranschreiten. Andererseits entwickeln sich diese Prozesse innerhalb der bestehenden geschichtlichen Entwicklung, die ganze Zeitspanne vom II. Weltkrieg bis zum Ende der achtziger Jahre stark mitprägte. In diesem Zeitraum entwickelte sich der Atheismus und Antitheismus, die im menschlichen Beuwußtsein tiefe areligiöse Spuren hinterließen. Zugleich aber schreitete auch der religiöse und der kirchliche Indifferentismus voran. Dazu präktizierte ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung ein äußerst traditionell geprägtes Christentum. Die jetzige Einführung vom konfessionellen Religionsunterricht in die Schule findet in einer gesellschaftlichen Situation statt, in der sowie die Schüler als auch ihre Eltern in verschiedensten Stufen der (Nicht)religiosität bzw. der (Nicht)kirchlichkeit leben.
Ausgehend von dieser komplizierten gesamtgesellschaftlichen Situation und ausgehend vom ursprünglichen Auftrag der Kirche, die ganze Menschheit und die ganze Öffentlichkeit zu evangelisieren, versucht die katholische Kirche in Kroatien bereist am Anfang einer "neuen kirchlichen" Praxis mit Nachdruckt auf die Relevanz des Religionslehrers hinzuweisen. Unter diesem werden Priestern, Ordensschwestern und Laien-Religionslehrer verstanden. Zum einen setzt diese Relevanz voraus und fordert auf, neben der nötigen Fachkompetenz, vor allem eine moral-ethische Identität des Religionslehrers. Zum anderen fordert diese Relevanz auch die zweite Dimension auf, nämlich die Dimension des spirituell-gläubigen Identität des Religionslehrers. Deswegen bemüht sich jeder Religionslehrer sich an der jesuanischen Spiritualität zu orientieren, um eigene gläubige Existenz fördern und entwickeln zu können. Aufgrund dieser Spiritualität soll und kann jeder Religionslehrer den Schülern helfen, das gespannte VerhäItnis zwischen der Glaubenstheorie und Glaubenspraxis positiv zu verstehen und zu meistern. Die Relevanz der spirituell-gläubigen Identität des Religionslehrers zeichnet sich darin ab, daß die Lehrer vielmehr dadurch vermitteln, was sie sind und weniger dadurch, was sie reden. Neben dem Glaubenswissen vermitteln sie auch Frömmigkeit, Glaube und Kirchlichkeit und eröffnen den Schülern eine religiöse Erfahrung, die denselben Schülern vermittelt wird. In diesem Zusammenhang ist wichtig folgendes hervorzuheben:
Der Religionslehrer, der bewußt oder unbewußt eine Diskrepanz zwischen eigenem Glaubensvollzug und persönlichen Glaubenshandeln (bzw. zwischen der Glaubenslehre und Glaubensleben) anstrebt und praktiziert, verwirklicht einen defizitären Religionsunterricht und verhilft der Entwicklung von distanzierten Christen. Der Religionslehrer, der in der Schule hauptberutlich tätig ist, während der Woche aber in der Pfarrgemeinde teilwiese tätig ist, realisiert einen ideallen Typ des zeitgenössischen Zeugen und zeitgenössischen Zeugen und zeitgenössischen Erziehers.
Ključne riječi
Hrčak ID:
338297
URI
Datum izdavanja:
19.3.1992.
Posjeta: 155 *