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Preliminary communication

Europäertum als Entwicklungsidentität – Recht oder Privileg?

Antun Šundalić


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page 953-966

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Abstract

Die Transition der europäischen postsozialistischen
Gesellschaften war im Laufe des letzten Jahrzehnts durch die
Ausrichtung auf eine effiziente Marktwirtschaft und politische
Demokratisierung charakterisiert. In allen diesen
Gesellschaften sind Modernisierungsprozesse in Gang
gesetzt worden, die ihnen eine neue Identität verliehen haben.
Inwieweit nun tradierte Werte und Grundmuster des
gesellschaftlichen Lebens (Identität des Überlieferten)
abweichen von Werten und Lebensmustern, die durch die
Ausrichtung auf Marktwirtschaft und politische
Demokratisierung bedingt sind – das unterscheidet sich von
Staat zu Staat. Eine in größerem oder geringerem Umfang
bestehende Nichtübereinstimmung zwischen Überlieferung
einerseits und Entwicklungszielen andererseits darf nicht zu
einer unüberbrückbaren Barriere werden, die die
Involvierung in den europäischen Raum verhindert. In dem
Maße jedoch, in dem sich der europäische Raum einzelnen
Transitionsgesellschaften erschließt, erweisen sich diese
entweder als perspektivenreich oder aber als das Gegenteil.
Es ist eine gesonderte Frage, inwiefern der
Perspektivenreichtum einer Gesellschaft die Angelegenheit
ebendieser Gesellschaft und ihrer Bereitschaft zur
Identitätstransformierung ist und inwiefern sie angewiesen ist
auf den guten Willen europäischer Mentoren und die
wiederum von dieser Seite vorgeschriebene Transformation.
Denn es ist das Schicksal des europäischen Ostens, auch
weiterhin dem europäischen Raum zuzugehören, ohne
jedoch auch an der europäischen Zeit der Verteilung von
Macht und Reichtum teilzuhaben, während der Westen des
Kontinents ein gesondertes Europa darstellt. Für Erstere
bedeutet Europäertum auch weiterhin Dienstbarkeit, für
Letztere eine Herrscherposition. Daher ist die gesamte
Anstrengung um den Anschluss an die europäischen
Integrationsprozesse Recht und Privileg für die einen und
lediglich das Recht auf einen Wunsch für die anderen.
Globalisationsgegner würden dies als eine neue Art von
Kolonialismus bezeichnen.

Keywords

Hrčak ID:

16245

URI

https://hrcak.srce.hr/16245

Publication date:

31.12.2004.

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