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Izvorni znanstveni članak

Jaroslav Šidak

Puni tekst: hrvatski, pdf (38 MB) str. 134-153 preuzimanja: 212* citiraj
APA 6th Edition
Šidak, J. (1957). Marginalija uz jedan rukopis "Crkve bosanske" u mletačkoj Marciani. Slovo, (6-7-8), 134-153. Preuzeto s https://hrcak.srce.hr/13736
MLA 8th Edition
Šidak, Jaroslav. "Marginalija uz jedan rukopis "Crkve bosanske" u mletačkoj Marciani." Slovo, vol. , br. 6-7-8, 1957, str. 134-153. https://hrcak.srce.hr/13736. Citirano 29.01.2020.
Chicago 17th Edition
Šidak, Jaroslav. "Marginalija uz jedan rukopis "Crkve bosanske" u mletačkoj Marciani." Slovo , br. 6-7-8 (1957): 134-153. https://hrcak.srce.hr/13736
Harvard
Šidak, J. (1957). 'Marginalija uz jedan rukopis "Crkve bosanske" u mletačkoj Marciani', Slovo, (6-7-8), str. 134-153. Preuzeto s: https://hrcak.srce.hr/13736 (Datum pristupa: 29.01.2020.)
Vancouver
Šidak J. Marginalija uz jedan rukopis "Crkve bosanske" u mletačkoj Marciani. Slovo [Internet]. 1957 [pristupljeno 29.01.2020.];(6-7-8):134-153. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/13736
IEEE
J. Šidak, "Marginalija uz jedan rukopis "Crkve bosanske" u mletačkoj Marciani", Slovo, vol., br. 6-7-8, str. 134-153, 1957. [Online]. Dostupno na: https://hrcak.srce.hr/13736. [Citirano: 29.01.2020.]

Sažetak
Der Verfasser unternimmt hier den Versuch, die cyrillische Handschrift, die sich seit Anfang des 18. Jahrhunderts in der Marciana (Venedig) befindet und von J. Dobrovský unter dem Namen Venetus codex in die Wissenschaft eingeführt wurde, ausschliesslich als einen, bisher unberücksichtigten, Beitrag zur Lösung des Problems der häretischen "Bosnischen Kirche" zu würdigen.
Er stellt vor allem fest, dass die Handschrift, die das Neue Testament – ausser einiger Episteln Pauls (die Handschrift ist nicht vollständig erhalten) – enthält, sich der Gruppe bosnischer Texte des XIV. und XV. Jahrhunderts zugesellt, unter denen dem Bologneser Codex des «krstjanin» Hval aus dem J. 1404 besondere Bedeutung für die Aufhellung der erwähnten Frage zukommt.
Die Bedeutung der Handschrift Hvals wird jetzt noch mehr durch die Tatsache hervorgehoben, dass er nicht mehr vereinzelt dasteht und somit als eine zufällige Erscheinung angesehen werden kann. Mit der Ausnahme des Psalters und ihm beigefügten «biblischen Liedern», umfasst unser Codex dieselben Texte – einrechnend die Apokryphen – und in derselben Reihenfolge wie die Handschrift Hvals, und diese enge Verwandschaft wird auch durch den verhältnismässig reichen Bilderschmuck beider Handschriften noch augenscheinlicher.
Mit Hinsicht darauf widmet der Verfasser besondere Aufmerksamkeit der Beurteilung Hval'scher Handschrift in der Literatur und konstatiert, dass der Versuch, in ihr irgendwelche dualistichen Merkmale nachzuweisen, keinen positiven Resultat zeitigte.
Dieser Schluss, der eine kritische Stellungnahme gegenüber den Anschuldigungen der zeitgenössischen lateinischen Gegenschriften vollauf rechtfertigt, wird durch die Analyse unseres Codex in beträchtlichem Masse erhärtet. Durch seine Miniaturen wird der einschlägige Beweis dargebracht, dass der Bilderschmuck in der Handschrift Hvals nicht als etwas zufälliges und für die Anschauungen der «Bosnischen Kirche» unwichtiges abgetan werden kann. Wie dort, werden auch hier mehrere Heiligen dargestellt, unter ihnen sogar Moyses, der in der charakteristischen Vignette am Anfang des besonders hervorgehobenen Dekalog das Alte Testament in seinem Verhältnis zum Neuen symbolisiert.
Dadurch, wie auch durch die Inschrift in derselben Vignette, wo die alttestamentlichen Patriarchen ehrfurchtswoll erwähnt werden, wird nicht nur das positive Verhältnis gegenüber dem Kultus der Heiligen und ihrer bildlichen Darstellung, sondern auch gegenüber dem Alten Testament bezeugt. Obzwar diese Tatsachen manche Anschuldigungen der lateinischen Schriften als grundlos entkräften – im besonderen kommt dabei der Traktat Torquemadas vom J. 1461 in Betracht – bleibt doch noch immer die Frage offen, ob dies Verhalten schon von allem Anfang der «Bosnischen Kirche» eigen war oder nur als eine Form ihrer beständigen Annäherung an das rechtgläubige Christentum anzusehen ist.
Wie es der Verfasser schon in seiner Abhandlung über das bosnische Evangelium aus der Sammlung Kopitars getan hat (s. Slovo 4-5, 1955), so bringt er hier einen weiteren Beweis dafür, dass die angeblich dualistischen Elemente, welche A. Soloviev in den bosnichen Handschriften zu finden meinte, auch in unserem Codex nicht nachzuweisen sind.
Der Verfasser schliesst die Abhandlung mit dem Wunsche, je früher alle vorhandenen Handschriften, die der «Bosnichen Kirche» entstammen, systematisch zu durchforschen, was allerdings eine enge Zusammenarbeit zwischen den Slavisten, Liturgikern und Kuntshistorikern zur Voraussetzung hätte.

Hrčak ID: 13736

URI
https://hrcak.srce.hr/13736

[hrvatski]

Posjeta: 453 *