Historical Journal, Vol. 45 , 1992.
Original scientific paper
DAS GESETZ VON VINODOL UND DIE KROATISCHE GESELLSCHAFT IM MITTELALTER
Tomislav Raukar
Abstract
Der vorliegende Beitrag besteht aus zwei Teilen: in dem ersten faßt der Verfasser die bisherigen Forschungen über das Gesetz von Vinodol in der kroatischen Geschichtsschreibung zusammen und bewertet sie, und in dem zweiten versucht er die mittelalterliche Gesellschaft in Vinodol in der gesellschaftlich-typologischen Skala des Mittelalters unterzubringen.
In dem Kapitel "Das Gesetz von Vinodol und die Historiographie" wird auf zusammenfassende Weise die Entwicklung der historiographischen Betrachtungsweisen des selbstverständlich wichtigsten Begriffs in dem Gesetz von Vinodol, nämlich die Bezeichnung kmet, und zwar von A Mažuranić (1843) über M. Kostrenčić (1923), M. Barada (1952) und Nada Klaić (1962) bis L. Margetić (1988) verfolgt und der Verfasser kommt zur Schlußfolgerung, daß es in unserer Vorstellung von der Gesellschaft in Vinodol Ende des 13. Jhs. auch weiterhin offene Fragen gibt.
In dem Kapitel "Die Gesellschaft von Vinodol und die Gemeinden von Vinodol" wird die Meinung vertreten, daß die in dem Gesetz von Vinodol enthaltenen Benennungen beibehalten werden sollten und demzufolge auch die Benennung für die Mehrzahl der Einwohner in Vinodol für die nur die Benennung "kmet" (Fronbauer) für berechtigt gehalten wird.In dem Kapitel "Plötzlicher Umschwung oder langes Dauern?" wird die Struktur der Gesellschaft in der Gemeinde von Vinodol durch die Entwicklung der Bezeichnungen (kmet, pučani, plemeniti ljudi, vlastela = Fronbauer, Plebejer, adelige Menschen, Grundherren) und deren gesellschaftlicher Inhalt erörtert. Diese Entwicklung spielt sich in Vinodol zwischen dem 13. und dem 16. Jh. in langsamen, ja langgezogenen Prozesses, ohne abrupte Änderungen ab.
In dem Kapitel "Gesellschaften und Herrschaftsniveaus" werden die Arten der gesellschaftlichen Gemeinschaften auf dem Territorium der kroatischen Länder im Mittelalter erörtert, und zwar vom Standpunkt der Form der politischen Macht, bzw. der Wirkung, die die Feudalmacht sowie die königliche Macht auf die Entwicklung der Gesellschaft ausübt. Es wird betont, daß es innerhalb der Gruppe der städtischen Gesellschaften drei klar voneinander abzugrenzende typologische Gruppen gibt: die Gemeinden in dem Kvarnergebiet, die kommunalen Gesellschaften in Dalmatien und die königlichen Freistädte in Slawonien. In dem abschließenden Kapitel "Gesellschaft und Kodifizierung" wird die Bedeutung des Gesetzes von Vinodol als einer frühen Kodifizierung des Gewohnheitsrechts in Vinodol hervorgehoben, in dem die Organisation der Gemeinde trotz des Einflusses der Feudalmacht den unmittelbaren Lebensrahmen der Einwohner von Vinodol bildete.
Keywords
Hrčak ID:
326779
URI
Publication date:
1.5.1993.
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