Historijski zbornik, Vol. 40 , 1987.
Izvorni znanstveni članak
DIE ENTWALDUNG DES MILITÄR-KROATISCHEN KÜSTEN-KARSTGEBIETS IN DER ERSTEN HÄLFTE DES 18. JAHRHUNDERTS. IHRE DEMOGRAPHISCHEN, WIRTSCHAFTLICHEN UND SOZIALEN URSACHEN.
Karl Kaser
Sažetak
Die fast vollständige Entwaldung des Seekarsts entlang der kroatischen Militargrenzküste und die teilweise Entwaldung im Hochland des Küstenkarsts ist eine ökologische Katastrophe, deren Folgen in Form von nackten Kalkfelsen auch heute noch sichtbar sind. Die Bora trug die entblößte Erde ab und machte einen Militärgrenz-Küstenstreifen im Ausmaß von etwa 50.000 km2 beinahe gänzlich unfruchtbar. Die Entwaldung dieses Gebiets geschah zum Großteil in dem halben Jahrhundert von etwa 1700 bis 1750. Bis dahin war dieses Gebiet bewaldet und von Erde bedeckt.
Die Ursachen der Entwaldung sind v.a. sozialer und wirtschaftlicher Natur. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war dieses Gebiet beinahe unbesiedelt. Bedingt durch eine große Anzahl von Flüchtlingsfamilien, die seit den achtziger Jahren dieses Jahrhunderts von der türkischen Seite der Grenze auf die kroatischhabsburgische Seite überwechselte, war die sogenannte Meergrenze plötzlich überbevölkert. Dieser demographische Druck war die primäre Ursache für die Rodung der Wälder. Zum einen Teil wurden die Wälder gerodet, um Ackerland zu gewinnen, zum anderen Teil wurden Bäume gefällt, um diese zu verkaufen. Viele Grenzerfamilien hätten ohne den Verkauf von Holz wirtschaftlich nicht überleben können. Das geschlagene Holz wurde hauptsächlich in Senj verkauft und von dortigen Geschäftsleuten an Venezianer Geschäftsleute verkauft. Daß die Plünderung der Wälder in diesem Maß überhaupt möglich war, hatte seine Ursache darin, daß es zu dieser Zeit noch keine Behörde gab, die für den Schutz der Wälder zuständig gewesen wäre. Die sekundären Ursachen der Waldrodungen waren: 1) die rasche Auflösung der Zadruga in diesem Grenzbereich und der damit verbundene erhöhte Landbedarf; 2) die zahlreichen Ziegenherden der Grenzerfamilien, die vor allem den Jungwald zerstörten und 3) der hohe private Brennholzbedarf der Bunjevcen- und Walachenfamilien mit ihren einräumigen Häusern und offenen Feuerstellen.
Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden kompetente Waldbehörden eingesetzt und Waldordnungen erlassen. Durch diese Maßnahmen konnte das Weitergreifen der Bodenerosion zwar gebremst, aber nicht aufgehalten werden. Aufforstungsmaßnahmen wurden erst kurze Zeit vor der endgültigen Auflösung der Militärgrenze mit der Gründung des Grenzinvestitionstonds eingeleitet. Mit finanziellen Beiträgen aus diesem Fonds wurden 8.000 bis 10.000 Hektar Wald wieder aufgeforstet
Ključne riječi
Hrčak ID:
326951
URI
Datum izdavanja:
1.4.1988.
Posjeta: 471 *