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ZU DEN METHODOLOGISCHEN ANSCHAUUNGEN VON VJEKOSLAV KLAIĆ (anläßlich des 60. Todestages)

Dragutin Pavličević


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str. 281-297

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Sažetak

Vjekoslav Klaić (1849—1928) ist einer der ersten kroatischen Wissenschaftlern, der sich neben einer umfangreichen wissenschaftlichen Forschungsarbeit auf den Gebieten der kroatischen und allgemeinen Geschichte, Geographie und historischen Geographie auch mit der Theorie der Geschichtsschreibung befaßt hat. Davon zeugt am besten seine Antrittsrede als Rektor aus dem Jahr 1902, in der er seine methodologischen Auffassungen von dem Stellenwert und der Rolle der historischen Wissenschaft, der Methodologie der wissenschaftlichen Arbeit, der Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte und der Geschichtsphilosophie zusammenfaßte.
Der Meinung von F. Šišić nach war Klaić einer der fruchtbarsten jugoslawischen Autoren und der Zahl der Auflagen seines Hauptwerks »Povijest Hrvata« (Geschichte der Kroaten) nach auch einer der meistgelesenen. Dieses fünfbändige Werk ist aufgrund der genetischen Methode geschrieben, und obwohl nicht beendet,
überragt es alle ähnlichen Versuche in der kroatischen Geschichtsschreibung. Demzufolge kann die Behauptung gelten, daß dieses Werk besonders vom zweiten Band an eines der besten Produkte der modernen jugoslawischen Geschichtsschreibung ist. Und dennoch steht auch die Meinung, Klaić sei in den analytischen Werken stärker als in den synthetisierenden.
Klaićs fruchtbarste Schaffensperiode lag am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jhs., also zu einer Zeit, die der kroatischen Historiographie eine bedeutende Erweiterung der Thematik brachte, besonders in bezug auf die neueren Jahrhunderte, aber wo noch immer eine starke Orientierung zum politischen Geschehen in der Vergangenheit und ein bestimmter Pragmatismus in der Verherrlichung des eigenen Volkes vorherrschte, dem sich auch Klaić nicht entziehen konnte. Er stellte zusammen mit Šišić die Spitze der kroatischen Geschichtswissenschaft der generischen Ausrichtung jener Zeit dar, aber Klaićs wissenschaftliches Interesse war sehr viel breiter, wovon seine zahlreichen und thematisch sehr unterschiedlichen Werke zeugen.
Klaić stand wie auch die meisten kroatischen Historiker jener Zeit unter dem Einfluß der Geschichtsschreibung des deutschen Sprachraums. In methodologischer Hinsicht standen ihm nahe: K. Lindner, E. Bernheim und J. G. Droysen und von den anderen der Rumäne A. D. Xenopoi, so daß er, sich an ihren Arbeiten orientierend, seine Antrittsvorlesung als Rektor geschrieben hat und die wichtigsten theoretischen Grundlagen von ihnen übernommen hat. Er hat die positivistischen und soziologischen Theorien der französischen und englischen Wissenschaftler entschieden verworfen, besonders diejenigen von A. Compte und T. Buckle, die dennoch Anhänger auch in Kroatien fanden, wie z. B. den jungen Koharić. Die meisten kroatischen Historiker jener Zeit gingen auch weiterhin auf den geebneten Wegen der Rankeschen historischen Schule und der genetischen Richtung weiter, deren bester Vertreter eben V. Klaić war.
Und obwohl sich V. Klaić mit der Methodologie der Geschichte beschäftigt hat und die wichtigsten Errungenschaften der europäischen Wissenschaft in das jugoslawische Milieu verpflanzt hat, konnte er sich dennoch nicht als Theoretiker einen Namen machen sondern als sehr fruchtbarer Forscher und Praktiker, der als erster zahlreiche neue Themen angeschnitten und sie dann auch bearbeitet, neue Fragen gestellt, Probleme definiert und auf diese Weise ermöglicht hat, daß die kroatische Geschichtsschreibung auf ein höheres Niveau kommt. Er war ein sehr fruchtbarer und in thematischer Hinsicht sehr mannigfaltiger Wissenschaftler und Kulturschaffender, der die lange und schwere Geschichte des eigenen Volkes in die Funktion der Schaffung des nationalen Bewußtseins und Stolzes im Jahrtausende andauernden Kampf ums Überleben stellte.

Ključne riječi

Hrčak ID:

327039

URI

https://hrcak.srce.hr/327039

Datum izdavanja:

1.4.1989.

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