Synthesis philosophica, Vol. 40 No. 2, 2025.
Izvorni znanstveni članak
https://doi.org/10.21464/sp40203
Wild werden? Nietzsche gegen Hegel (über das antike Erbe)
Dragan Prole
orcid.org/0000-0001-7352-4583
; University of Novi Sad, Faculty of Philosophy, Dr Zorana Đinđića 2, RS–21000 Novi Sad
Sažetak
Im deutlichen Gegensatz zum materiellen Erbe, das zumeist präzise bestimmt und verteilt wird, unterliegt das geistige Erbe einer fortwährenden Neubewertung. Gerade im Hinblick auf die Wertung treten bemerkenswerte Abweichungen und Meinungsverschiedenheiten zutage. Was für einige einen unantastbaren Wert darstellt, die Säule der europäischen Zivilisation, gilt für andere als verhängnisvolle Quelle der Verderbnis – als trügerische Inspiration des Verfalls. Indem wir den Beispielen Hegels und Nietzsches folgen, zeigen wir zudem in aller Kürze, wie sich die Beschreibung des hellenischen Erbes je nach den jeweils bevorzugten Geschichtsauffassungen seiner Erben wandelt. Hegel ist voller Vertrauen in die geschichtliche Bewegung des Geistes, verstanden im Sinne von Entwicklung und Fortschritt. Nach Nietzsche ist die Geschichte als ein Missbrauch zu betrachten, ebenso wie das Vertrauen in die Tradition, das er als eine Form freiwilliger Versklavung ansieht. Für Hegel dient die Geschichte als Medium der Emanzipation und der Selbsterkenntnis, wohingegen wir uns bei Nietzsche in unruhiges Gelände begeben – nicht nur hinsichtlich der Geschichte selbst, sondern auch der gemeinsamen Vergangenheit.
Ključne riječi
Erbe; hellenische Philosophie; Friedrich Wilhelm Nietzsche; Georg Wilhelm Friedrich Hegel; wild
Hrčak ID:
338859
URI
Datum izdavanja:
20.11.2025.
Posjeta: 372 *