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Preliminary communication

https://doi.org/10.21464/sp36110

Tod, Gemeinschaft, Trauer – über Stimme und Hören in der Philosophie

Bernard Harbaš orcid id orcid.org/0000-0003-1815-7914 ; Sveučilište u Zenici, Filozofski fakultet, Zmaja od Bosne 56, BA–72000 Zenica


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Abstract

Die Arbeit behandelt verschiedenartige philosophische Aspekte des Begriffs des Hörens bezüglich der Schaffung und Auflösung totalitärer Gemeinschaften. Die traditionelle Philosophie steht dem sinnlichen Wissen zumeist kritisch gegenüber, während der zeitgenössische Gedanke auf das Hören als ein belangvolles und komplexes Phänomen ausgerichtet ist, welches sich als kognitive Kategorie und aus differenten philosophischen Perspektiven (Politik, Ethik) betrachten lässt. Das Hören hat für Heidegger einen existenziellen Status und repräsentiert eine der Eigenschaften des Daseins. Seines Erachtens ist Hören das Verständnis desjenigen, der uns nahesteht (den wir bei uns tragen) – des Freundes. In Heideggers Philosophie des Hörens erkennt Derrida die Möglichkeit, eine Gemeinschaft der Selben und Nahen zu formen. Er macht Anspielungen auf Homogenisierung und Feindseligkeit. Indem er Heideggers These vom Hören des Freundes verwirft, schreibt Derrida über die Möglichkeit, einem Gespenst zuzuhören, welches die Affirmation der Existenz absoluter Andersheit abbildet. Dem Gespenst zuzuhören ist die einzig richtige Ethik, durch die Distanz hergestellt und eine totalitäre Gemeinschaft vermieden wird. Ebenso wie Derrida sieht Nancy die Gefahr in der Schaffung einer totalitären Gemeinschaft aufgrund von Selbigkeit und Nahekommen der Gesellschaftsmitglieder. Einen Weg, der Eventualität der Formung einer solchen Gemeinschaft auszuweichen, sieht Nancy in direktem (sinnlichem) Kontakt mit der Welt. Für Nancy bedeutet das Hören eine nicht durch Signifikationen und Verständnisse vermittelte Berührung mit der Welt. Das Hören stellt eine Metapher für den Widerstand gegen die Aspirationen der repräsentativen politischen Systeme dar, vollkommene und geschlossene Gemeinschaften zu gestalten. Indem es mehrere zeitgenössische philosophische Begriffe vorstellt, versucht dieses Paper zu demonstrieren, dass das Hören, abgesehen von der Schaffung einer Nähe, auch eine unmögliche Gemeinschaft aufrechtzuerhalten vermag, die durch Nichtrepräsentativität und Heterogenität gekennzeichnet ist, und nicht zuletzt als Widerstand gegen totalitäre Systeme fungieren kann.

Keywords

Hören, Stimme, Gemeinschaft, Gespenst, Trauer, Freundschaft, Tod, Intimität, Dasein, Nichtrepräsentativbarkeit

Hrčak ID:

257915

URI

https://hrcak.srce.hr/257915

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