Synthesis philosophica, Vol. 40 No. 1, 2025.
Izvorni znanstveni članak
https://doi.org/10.21464/sp40107
Wissensvermeidung – Konsistenz, Taxonomie und Ätiologie
Tomaž Grušovnik
orcid.org/0000-0002-5418-1674
; University of Primorska, Faculty of Education, Cankarjeva 5, SI–6000 Koper
Sažetak
Oftmals ist die größte Hürde für den Aufstieg des Wissens unsere Abneigung, neue Ideen anzunehmen. Aktive Ignoranz spielt daher ebenfalls eine gewichtige Rolle im unethischen Verhalten. Doch obzwar Wissensvermeidung weithin als wesentlicher Faktor für moralisches Fehlverhalten über das gesamte ethische Spektrum hinweg anerkannt ist, leidet sie unter einem Mangel an Klarheit hinsichtlich der genauen Natur und Eigenschaften der epistemischen Phänomene, die sie umgreift. Erstens scheinen diese Phänomene widersprüchlich zu sein, da Vermeidung üblicherweise Wissen über das zu Vermeidende voraussetzt – und somit erscheint die Vermeidung von Wissen als undenkbar. Zweitens scheint Wissensvermeidung ein Oberbegriff zu sein, der eine Vielzahl differenter doxastischer Zustände umschließt. Und drittens scheinen die Gründe und Motivationen für die Wissensvermeidung sowohl biologische Faktoren als auch ontologische und psychologische Aspekte zu umfassen. Gestützt auf sowohl traditionelle als auch zeitgenössische philosophische Literatur setzt sich der vorliegende Beitrag zum Ziel, Licht auf all diese Facetten der Wissensvermeidung zu werfen, indem er Problemstellungen im Zusammenhang mit deren Konsistenz, Taxonomie und Ätiologie erforscht. Der Beitrag schließt mit einer Untersuchung der moralischen Dimensionen dieser Phänomene ab. Er untersucht die Problematik von Verantwortung und Schuld und beleuchtet sogar die potenziellen Vorteile der Wissensvermeidung.
Ključne riječi
Wissensvermeidung; vorsätzliche Ignoranz; Denialismus; voreingenommene Überzeugungsbildung; Schuld
Hrčak ID:
332056
URI
Datum izdavanja:
11.6.2025.
Posjeta: 747 *