Synthesis philosophica, Vol. 39 No. 2, 2024.
Original scientific paper
https://doi.org/10.21464/sp39211
Was integriert Integrative Bioethik? Ein Blick auf die Lücken lebensweltlicher Reflexion am Beispiel des Geborenwerdens
Michael Spieker
; Katholische Stiftungshochschule München, Campus Benediktbeuern, Don-Bosco-Str. 1, DE–83671 Benediktbeuern
Abstract
Was soll die Integrative Bioethik integrieren, das nicht bereits integriert ist? Zwei Quellen des bioethischen Denkens, die vielfach als Gegensatz gesehen werden: die Normativität des Lebens selbst und den Selbstbestimmungsanspruch von Subjekten. In journalistischen Berichten über Schwangerschaft und Geburt identifiziert der Artikel das Aufeinandertreffen von Autonomieansprüchen und Limitationen der Willensverwirklichung. Deren erste liegt darin, dass für das Selbst der Andere die Ermöglichung der Freiheit ist, die allein keiner verwirklichen kann. In den lebensweltlich-kulturellen Zeugnissen wird das nicht explizit, da sie einer verbreiteten Vorstellung von individueller Selbstbestimmung folgen. Indem sie von prekärer Selbstverwirklichung berichten, zeigt aber gerade das, was nicht ausgesagt wird, die „Lücke“ in der Selbstbesinnung, welche Bedingung die Möglichkeit der Freiheit hat.
Keywords
Integrative Bioethik; Journalismus; Schwangerschaft; Geburt; Interpersonalität
Hrčak ID:
342342
URI
Publication date:
29.12.2024.
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