Synthesis philosophica, Vol. 39 No. 2, 2024.
Original scientific paper
https://doi.org/10.21464/sp39207
Exklusiv, inklusiv oder integrativ? Integrative Bioethik vs. empiristische Grenzdiskurse
Heike Baranzke
orcid.org/0000-0003-0149-8325
; Bergische Universität Wuppertal, Gaussstrasse 20, DE–42119 Wuppertal
Abstract
Integrative Bioethik spiegelt zum einen die dominierende Engführung von Bioethik auf Biomedizinethik, zum anderen die Tatsache, dass nicht allein menschliches Leben von wissenschaftlich-technischen Entwicklungen betroffen ist. Der dynamische Zuwachs differenter Praxisfelder drängt zu systematischen Vermittlungen und zugleich über ihre Bestimmung als bloße Bereichsethik hinaus. Bioethik indiziert die Erosion einer ehemals naturteleologisch orientierenden Ethik durch die modernen experimentellen Naturwissenschaften. Eine „neue Ethik“ für das technologische Zeitalter hat somit zu klären, wer oder was nach welchen empirischen oder ethischen Maßstäben exkludiert, inkludiert oder integriert werden soll. In Reibung an einer exklusionistischen Medizinethik und einer inklusionistischen Tierrechtsethik wird gezeigt, dass es dazu der ethisch-reflexiven Konzeption moralischer Subjektivität bedarf, die sich im nicht-empirischen Horizont universaler Menschenwürde und unveräußerlicher Menschenrechte als verantwortungsfähig begreift.
Keywords
Bereichsethik; Biotechnologie; Interessenethik; marginal case-Vergleich; Moralsubjekt; Naturalismus; Person; Speziesismus; Teleologiekritik
Hrčak ID:
342338
URI
Publication date:
29.12.2024.
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